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ifo Konjunkturprognose 2012/2013

Im vierten Quartal 2012 wird die deutsche Wirtschaft voraussichtlich schrumpfen, bevor im kommenden Jahr eine zunächst leichte Erholung einsetzt. Darauf deutet das ifo Geschäftsklima hin, das in den vergangenen Monaten den Aufschwungsbereich verlassen hat, zuletzt aber wieder spürbar gestiegen ist. Maßgeblich für die Konjunkturschwäche ist die Eurokrise. Im Jahresdurchschnitt 2013 dürfte das reale Bruttoinlandsprodukt nur um 0,7 % zunehmen.

Weltwirtschaft. Soweit sich das Basisszenario realisiert, dürfte die Weltwirtschaft im Prognosezeitraum zwar nicht in eine Rezession abgleiten. Aber nahezu alle wichtigen fortgeschrittenen Volkswirtschaften und Schwellenländer werden voraussichtlich im Winterhalbjahr 2012/13 eine konjunkturelle Schwächephase erleben. Im Verlauf des Jahres 2013 dürfte sich die weltwirtschaftliche Expansion wieder etwas beschleunigen.

Euroraum. Die Wirtschaftsleistung des Euroraums wird im Winterhalbjahr voraussichtlich sinken. Maßgeblich dafür sind die kontraktive Finanzpolitik, die schlechte Arbeitsmarktsituation, die restriktiven Finanzierungsbedingungen und die Unsicherheit über den Fortgang der Eurokrise. Die Exporte dürften spürbar von der anspringenden Konjunktur in den Schwellenländern und der leicht zunehmenden Dynamik in den USA profitieren. Daher ist zu erwarten, dass die Zuwachsrate des Bruttoinlandsprodukts im Euroraum im Verlauf des kommenden Jahres ins Plus springt. Eine durchgreifende Erholung ist jedoch nicht in Sicht. Alles in allem wird das Bruttoinlandsprodukt im Euroraum um 0,5 % im laufenden Jahr zurückgehen, ehe es im Folgejahr um 0,2 % schrumpft. Die konjunkturelle Heterogenität zwischen den einzelnen Mitgliedsstaaten im Prognosezeitraum wird zunehmen. Stabiler aufgestellte Volkswirtschaften wie Deutschland, Finnland und Österreich werden, nach einer merklichen Schwächephase um die Jahreswende, im weiteren Verlauf des Jahres 2013 den Abschwung hinter sich lassen.

In Deutschland hat die gesamtwirtschaftliche Produktion an Fahrt verloren. Die Investitionen in Bauten waren bis zur Jahresmitte rückläufig. Hierfür war maßgeblich, dass die öffentlichen Bauinvestitionen einbrachen, nachdem die Förderung durch die in der zurückliegenden Rezession beschlossenen Konjunkturpakete Ende 2011 ausgelaufen war. Beim Wohnungsbau wirken die niedrigen Zinsen dagegen nach wie vor anregend.

Für das erste Quartal 2013 ist mit einer leichten Erholung zu rechnen; das Bruttoinlandsprodukt dürfte um 0,2 % zunehmen. Per Saldo wird die gesamtwirtschaftliche Produktion im Winterhalbjahr 2012/13 ungefähr stagnieren. Im Verlauf des Jahres 2013 dürfte der Aufschwung wieder einsetzen. Sollte sich nämlich – wie im Basisszenario unterstellt – die Eurokrise nicht verschärfen, kommen die binnenwirtschaftlichen Auftriebskräfte und die zunehmende außereuropäische Nachfrage nach deutschen Exportgütern wieder zum Tragen.

Die Inflationsrate dürfte sich im Jahr 2012 auf 2,0 % belaufen, im kommenden Jahr wird sie sich auf voraussichtlich 1,6 % abschwächen.
ifo Institut

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