Holzverkauf und Holzpreise

ifo Institut senkt Wachstumsprognose für 2022 auf 3,7 %

Bearbeitet von Marc Kubatta-Große

Das ifo Institut hat seine Wachstumsprognose für 2022 um 1,4 Prozentpunkte gesenkt und für das Jahr 2023 um 1,4 Prozentpunkte angehoben.

„Die anhaltenden Lieferengpässe und die vierte Coronawelle bremsen die deutsche Wirtschaft spürbar aus. Die zunächst erwartete kräftige Erholung für 2022 verschiebt sich weiter nach hinten“, sagt ifo Konjunkturchef Timo Wollmershäuser. Die Wirtschaftsleistung werde 2021 um 2,5 % zulegen, im kommenden Jahr nur noch um 3,7 %. 2023 werden es dann 2,9 %, sagt das ifo Institut.

Kräftige Erholung im Sommer 2022

Im vierten Quartal 2021 dürfte das Bruttoinlandsprodukt um 0,5 % gegenüber dem Vorquartal geschrumpft sein und am Jahresbeginn 2022 nur stagnieren. „Im Sommerhalbjahr 2022 wird mit dem Abebben der Coronawelle und dem allmählichen Ende der Lieferengpässe eine kräftige Erholung einsetzen“, sagt Wollmershäuser.

Die gesamtwirtschaftliche Produktion dürfte mit Raten von 2,3 % sowie 1,8 % im zweiten und dritten Quartal 2022 deutlich zulegen und sich dann langsam auf durchschnittliche Zuwächse einschwenken.

Inflation sinkt erst 2023 wieder

Die Inflationsrate dürfte zunächst noch einmal zunehmen: von 3,1 % im Jahr 2021 auf 3,3 % im neuen Jahr. Dabei spielen steigende Kosten, die mit den Lieferengpässen einhergehen, eine treibende Rolle und auch die verzögerte Anpassung an die gestiegenen Energie- und Rohstoffpreise.

Erst im Jahr 2023 sollte sich der Anstieg der Verbraucherpreise wieder normalisieren und auf 1,8 % zurückgehen.

Arbeitslosigkeit geht zurück

Die Arbeitslosenquote fällt von voraussichtlich 5,7 % im Jahr 2021 auf durchschnittlich 5,2 % im Jahr 2022 und 4,9 % im Jahr 2023. Die Zahl der Erwerbstätigen dürfte daher im Jahr 2022 um etwa 409.000 und 2023 um 311.000 zunehmen, nachdem sie 2021 durchschnittlich um 97.000 über ihrem Vorjahreswert lag.

Die Kurzarbeit dürfte von schätzungsweise knapp 1,7 Mio. Beschäftigten im Durchschnitt des laufenden Jahres auf etwa 313.000 im nächsten und 74.000 im Jahr 2023 zurückgehen.

Staatsdefizit sinkt

Im Jahr 2021 wird das Defizit im Staatshaushalt bei etwa 162 Mrd. € liegen. Im weiteren Prognosezeitraum erholt sich der Staatshaushalt. 2022 und 2023 wird ein Defizit von gut 80 bzw. 20 Mrd. Euro erwartet.

Quelle: ifo Institut