Holzindustrie, -verbände

ifo Institut senkt Prognose auf 4,2 % Wachstum für 2021

Bearbeitet von Marc Kubatta-Große

Das ifo Institut hat seine Konjunkturprognose für das kommende Jahr gesenkt. Die Forscher erwarten nun ein Wachstum der deutschen Wirtschaft in Höhe von 4,2 %, bislang waren sie von 5,1 % ausgegangen. Dafür hoben sie die Vorhersage für das Jahr 2022 an auf plus 2,5 %, von plus 1,7 %.

Wegen des neuerlichen Shutdowns in Deutschland und anderen Ländern verschiebe sich die Erholung nach hinten. Erst Ende 2021 werde die Produktion von Waren und Dienstleitungen ihr Vorkrisenniveau erreichen, sagt ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser.

Minus 5 % Wirtschaftsleistung

Insgesamt erwartet das ifo Institut, dass die Wirtschaftsleistung des Jahres 2020 um 5,1 % geschrumpft sein dürfte, zuvor hatten die Forscher minus 5,2 % angenommen. Für die Prognose wurde unterstellt, dass die seit November geltenden Infektionsschutzmaßnahmen unverändert bis März 2021 in Kraft bleiben. Ab April werden dann die bestehenden Infektionsschutzmaßnahmen allmählich gelockert und bis zum Sommer vollständig aufgehoben. Nicht berücksichtigt wurde in der Prognose die am vergangenen Sonntag beschlossene Schließung von Teilen des Einzelhandels.

Mehr Arbeitslose

Unter diesen Annahmen wird die Zahl der Arbeitslosen von 2,3 Mio. im Jahr 2019 (5,0 %) auf 2,7 Mio. im Jahr 2020 steigen (5,9 %) und im kommenden Jahr stabil bleiben. Im Jahr 2022 rechnet das ifo Institut dann mit einem Rückgang auf 2,5 Mio. Personen (5,5 %). Gleichzeitig sinkt die Zahl der Erwerbstätigen von 45,3 Mio. im Jahr 2019 auf 44,8 Mio. im Jahr 2020. Im kommenden Jahr steigt sie wieder auf 44,9 Mio., um 45,3 Mio. im Jahr 2022 zu erreichen.

Exportüberschuss nimmt zu

Die Exporte werden nach minus 9,7 % im Jahr 2020 im kommenden Jahr um 8,8 % und im Jahr 2022 um 6,1 % wachsen. Die Importe werden nach minus 8,7 % dann im Jahr 2021 um 6,8 % und im Jahr 2022 sogar um 7,1 % steigen. Damit nimmt der viel kritisierte Überschuss der Leistungsbilanz (Exporte, Importe, Dienstleistungen, Übertragungen) von 235,2 Mrd. Euro im Jahr 2020 auf 281,1 Mrd. Euro im Jahr 2022 zu.

Lockdown verstärkt Konjunktureinbruch

Das Loch in der Staatskasse schrumpft von 160,5 Mrd. Euro in diesem Jahr auf 133,0 Mrd. im kommenden Jahr und auf 84,3 Mrd. im Jahr 2022. Das Schließen des stationären Nichtlebensmittel-Einzelhandels zwischen dem 16.12.2020 und dem 10.01.2021 werde den Konjunktureinbruch am Ende dieses Jahres verstärken. Dabei falle ins Gewicht, dass der Dezember der umsatzstärkste Monat im Einzelhandel ist, in dem knapp 10% des Jahresumsatzes erwirtschaftet werden.

ifo/Red.