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ifo Institut kürzt Konjunktur-Prognose 2021

Bearbeitet von Marc Kubatta-Große

Das ifo Institut hat seine Konjunktur-Prognose für 2021 gekürzt. Es erwartet 3,3 % Wachstum und damit 0,4 Prozentpunkte weniger als noch im März. Dafür erhöhte es seine Vorhersage für das kommende Jahr um 1,1 Punkte auf 4,3 %.

„Kurzfristig dämpfend wirken vor allem die Engpässe bei der Lieferung von Vorprodukten“, erläutert Timo Wollmershäuser, der Leiter der ifo-Prognosen. „Die an sich kräftige Erholung, ausgelöst durch die Öffnungen, verschiebt sich etwas weiter nach hinten, als wir noch im Frühjahr erwartet hatten.“ Die Kosten der Coronakrise für die Jahre 2020 bis 2022 belaufen sich laut Wollmershäuser auf 382 Mrd. €. Dabei werde angenommen, dass die deutsche Wirtschaft in der Zeit mit durchschnittlich 1,2 % im Jahr gewachsen wäre.

Langsam weniger Kurzarbeit und Arbeitslose

Mit der kräftigen Erholung dürfte die Zahl der Kurzarbeiter, die noch 2,3 Millionen im Mai betrug, rasch sinken und kommendes Jahr ihr Vorkrisenniveau erreichen, das bei etwa 100.000 lag. Die Zahl der Arbeitslosen dürfte etwas langsamer zurückgehen von 2,70 Mio. (5,9 %) im vergangenen Jahr auf 2,65 Mio. (5,8 %) in diesem und 2,40 Mio. (5,2 %) im kommenden Jahr. Die Zahl der Erwerbstätigen dürfte leicht steigen, von 44,82 Mio. auf 44,86 Mio. in diesem Jahr und auf 45,42 Mio. im kommenden Jahr.

Höhere Inflation

Die Inflationsrate werde sich vorübergehend beschleunigen, von + 0,6 % im vergangenen Jahr auf + 2,6 % in diesem. Dazu tragen vor allem höhere Energiepreise und die Wiederanhebung der Mehrwertsteuer bei. Danach flache sich der Anstieg der Verbraucherpreise wieder ab auf + 1,9 % im Jahr 2022.

Geringere Neuverschuldung

Das Finanzierungsloch des Staates weitet sich im Wahljahr 2021 zunächst noch geringfügig aus auf 150,4 Mrd. €, von 149,2 Mrd. € im vergangenen Jahr. Im kommenden Jahr werde es voraussichtlich kräftig zurückgehen auf dann nur noch 49,6 Mrd. €. Das hängt aber ab vom Wahlergebnis.

Außenhandelsbilanz sinkt

Der Außenhandel wird deutlich zulegen, + 10,4 % der Exporte in diesem Jahr nach – 9,4 % 2020; und sogar + 11,4 % der Importe nach – 8,4 % im Vorjahr. 2022 werden die Zuwächse kleiner, + 5,6 % der Exporte und + 7,3 % der Importe. Daher schrumpfe der viel kritisierte Überschuss der deutschen Leistungsbilanz von 231 über 206 auf 184 Mrd. €. Das sind 7,0 % und 5,8 % sowie 4,9 % der Jahreswirtschaftsleistung. Damit läge er erstmals seit Jahren unter der Marke von 6,0 %, die die EU für kritisch hält.

Quelle: ifo Institut