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Harzer Härte

Die Firma Clausthaler Laser- und Werkstofftechnik (CLW) steigert mit dem Verfahren des Laserauftragschweißens die Standzeiten und die Bruchfestigkeit von Forstwerkzeugen. Ein Dickichtmesser für Freischneider und eine Graderleiste für den Wegebau sind nur die ersten Produkte für den Forsteinsatz.

 

Schneid- und Schlagwerkzeuge für den Einsatz im Forst sind extremen Beanspruchungen ausgesetzt und verschleißen in der Regel schnell. Bei den Forstwerkzeugen der Firma Firma Clausthaler Laser- und Werkstofftechnik (CLW) ist das nach eigener Aussage weit weniger der Fall. Um die Lebensdauer von Stahlwerkzeugen zu steigern, beschichtet das 1993 von Dr.-Ing. Dieter Burchards gegründete Unternehmen die Oberflächen mit einem mittlerweile langjährig erprobten Verfahren. Der Werkstoffingenieur ist geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens, das Zulieferer für die Autoindustrie, für Landmaschinen-Hersteller oder für die Schüttgüterwirtschaft ist. CLW produziert Fahrzeugkomponenten, schneidet und kantet Bleche, formt Rohre – und vergütet und härtet Stahloberflächen.

Dickichtmesser

Vor über sechs Jahren geriet auch die Forsttechnik in das Blickfeld des Harzer Unternehmens. Das begann mit der Idee, ein besonders widerstandsfähiges Dickichtmesser für Freischneider zu präparieren. Die technische Grundlage dafür war das in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Clausthal entwickelte Verfahren des Laserauftragschweißens, mit dem die Schneidkanten gehärtet werden konnten. Dabei wird zunächst der nickel- und karbidhaltige Werkstoff Budur 3006 pulverförmig auf die Schneide aufgebracht. Anschließend schmilzt ein Laserstahl ihn zusammen mit der obersten Schicht des Trägerstahls auf, wobei beide eine feste Verbindung eingehen. Das hochfeste Material verhilft konventionellen Stählen zu einer überragenden Standzeit, aber auch Hardox-Stähle lassen noch weiter vergüten.

Die Versuche mit dem Prototypen des Dickichtmessers waren so vielversprechend, dass CLW weiter an dem Projekt arbeitete. Das Unternehmen testete das Messer bei einem Harzer Forstunternehmen und hat nach und nach die Steifigkeit des Materials sowie die Härte der Schneidkantenbeschichtung verbessert. Als serienreifes Produkt kam das „Harzer Dickichtmesser“ im Jahr 2016 auf den Markt. Es punktet mit einer Standzeit, die nach eigenen Angaben weit über der vergleichbarer Produkte liegt.

Das Dickichtmesser ist inzwischen mit 250 mm und 300 mm Durchmesser zu haben. Die dreizackigen Werkzeuge werden aus einem 3 mm starken, gehärteten Stahl geschnitten. Sie sind damit nicht nur verschleißfester, sondern auch dünner und leichter als Mitbewerber-Produkte. Trotz des höheren Preises sieht CLW für sich darum gute Chancen am Markt.

Um die behauptete hohe Standzeit und Bruchfestigkeit zu belegen, hat CLW die Dickichtmesser verschiedenen Tests wie zum Beispiel dem „Schlagradtest“ sowie den einschlägigen Biege- und Aufpralltests gemäß EN-Norm unterzogen.

Weitere Forstprodukte

Das Dickichtmesser war aber nur das erste langlebige Metallwerkzeug für die Forstwirtschaft. Mit der Harzer Graderleiste für Wegepflegeräte hat CLW mittlerweile auch ein weiteres widerstandsfähiges Forstprodukt bis zur Marktreife entwickelt. Die laserbeschichteten Graderleisten haben 30 % mehr Standzeit, sagt Dieter Borchards, der bereits weitere Forstwerkzeuge erprobt. Ein Beispiel dafür sind Messer für Großhacker.

Gemäß dem Unternehmensprinzip „Wir arbeiten bestimmte Industriebereiche ab!“, dürften aus Clausthal-Zellerfeld also bald noch weitere Innovationen zu erwarten sein. „Ich stelle mir zum Beispiel Laufbänder für Harvester und andere Forstmaschinen vor“, denkt Borchards laut nach. Allerdings geht so etwas nicht von heute auf morgen, die Entwicklung neuer Produkte ist ein langwieriger Prozess, der allein für das Harzer Dickichtmesser etwa sechs Jahre gedauert hat.

Werner Hoppe

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