Forstpolitik

Holzwirtschaft will Fristverlängerung für Konjunkturhilfen

von Marc Kubatta-Große

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) bereitet derzeit ein Konjunkturpaket für die Holzwirtschaft vor. Der Deutschen Holzwirtschafsrat (GHWR) fordert bereits vor Programmstart eine Verlängerung des Programms.

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) brachte nach dem ersten Investitionsförderprogramm mit der Flächenprämie für den Wald in der letzten Woche ein weiteres Konjunkturpaket auf den Weg. Ein zusätzliches Förderprogramm für die Holzwirtschaft ist nach Meldung des BMEL in Vorbereitung.

DHWR schlägt Verlängerung bis 2023 vor

Die Deutsche Holzwirtschaft fordert nun eine Verlängerung der Förderungen: Denn der Zeitrahmen bis Ende 2021 für Förderantrag, Prüfung, Bewilligung, Maßnahmendurchführung und Mittelabruf sei zu kurz für die Unternehmen, um die Hilfen vollständig beanspruchen zu können. Der DHWR schlage der Politik deshalb eine Verlängerung des Förderzeitraumes bis Ende 2023 vor, so DHWR-Präsident Steffen Rathke.

„Unsere Unternehmen begrüßen die Förderungen ausdrücklich. Nach den ökologischen und wirtschaftlichen Verwerfungen der letzten drei Hitzesommer kam 2020 zu allem Übel die Coronakrise hinzu. Der Lockdown im Frühjahr brachte die ohnehin angespannten Holzmärkte durcheinander und der erneute Teillockdown verzögert die wirtschaftliche Erholung. Die mit den Förderungen von Forst und Holz bezweckten Konjunkturmaßnahmen können ihre Wirkung aber nur entfalten, wenn die Betriebe die Mittel auch werden abrufen können.

Langer Planungsvorlauf

Viele drängende unternehmerische Maßnahmen, die durch die Förderungen unterstützt werden sollen, wie Erweiterungen der Betriebsstätten, Ausbau der Verarbeitungskapazitäten oder Investitionen in die Digitalisierung, benötigen einen teilweise mehrjährigen Planungsvorlauf. Um aber die Förderungen erhalten zu können, müssten alle Vorhaben innerhalb einiger Monate umgesetzt sein. Das ist für die Unternehmen schlicht nicht möglich. Beispielsweise liegen die Lieferzeiten von Fahrzeugen schon bei mehreren Monaten, für Spezialmaschinen bei mehr als einem Jahr. Selbst Beratungsunternehmen, insbesondere im IT-Bereich, sind derzeit ausgelastet und in der erforderlichen Anzahl nicht am Markt vorhanden, um die gewünschten Beratungsleistungen oder Softwareinvestitionen innerhalb des kommenden Jahres zu erbringen.“

DHWR/Red.