Holztransport

Der Holzverladebahnhof in Visselhövede

Bearbeitet von Oliver Gabriel

Der internationale Holzmarkt steht momentan Kopf. Da ist Flexibilität und eine gute Logistik bei der Vermarktung von einheimischen Holz gefragt. Die Waldkonsulting aus der Lüneburger Heide geht mit ihrem eigenen Holzverladebahnhof im niedersächsischen Visselhövede neue Wege.

Als der Güterbahnhof an der Bahnstrecke von Bremen in Richtung Berlin 2010 stillgelegt werden sollte, ergriffen die Vermarkter der Waldkonsulting GmbH Hohe Heide die Gunst der Stunde und retteten zusammen mit dem Partner Raiffeisenwarengenossenschaft Heidesand den Verladestandort für den Holztransport. Möglich war das mit Fördergeldern aus dem integrierten städtischen Entwicklungskonzept (Isek). Dieser Topf bezuschusste das Projekt „Ausbau der stadttechnischen Infrastruktur für den Güterbahnhof“ mit 75 %. Die Stadt Visselhövede steuerte 65.000 € der gut 580.000 € hohen Gesamtkosten bei, den Rest mussten die Waldkonsulting und die Raiffeisenwarengenossenschaft aufbringen.

Das Konzept geht auf

Mit dem Geld entstand unter anderem eine neue Verladestraße, auf der die Rundholzfahrer Ganzzüge vollständig beladen können. Das machen entweder die Holzspeditionen der Waldbesitzer selbst – oder die Waldkonsulting setzt ihre eigenen Holz-Lkw ein, die sie seit der Übernahme des Transportunternehmens Witte aus Zeven im Jahr 2012 betreibt. Dadurch hat das Unternehmen die Flexibilität so erhöht, dass „wir einen Ganzzug mit unseren Logistikpartnern innerhalb von 24 Stunden voll bekommen“, sagt der Aufsichtsratsvorsitzende Lutz Winkelmann. Denn die Kundschaft verlange eine schnelle und zuverlässige Lieferung von Rohstoff. Angesichts der Umwälzungen am Holzmarkt ist der Holzverladebahnhof in Visselhövede daher ein großer Pluspunkt für die Waldbesitzer im zentralen Niedersachsen. Bei Bedarf wird das Holz aus allen umliegenden Landkreisen heute meist kurzfristig nach Visselhövede gefahren, um einen kompletten Zug mit 40 Waggons zu füllen. Das bedeutet übrigens, dass 80 Lastwagen weniger auf den überfüllten Autobahnen lange Strecken zum Sägewerk zurücklegen. Das Logistikkonzept der forstwirtschaftlichen Vereinigung Hohe Heide in Kooperation mit der Waldkonsulting geht somit voll auf. „Ein ganzer Güterzug mit 40 Waggons sind zum Beispiel insgesamt 2.500 Rm Kiefernholz, die auf der Schiene ins Sägewerk rollen. Das macht unseren nachwachsenden Rohstoff besonders nachhaltig“, erklärte Heinrich Luttmann von der Waldkonsulting.

Den vollständigen Artikel finden Sie in der Forst & Technik 7/2021 – oder in unserer digitalen Ausgabe.

Henning Leeske