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Einschlagsbeschränkung Forstschädenausgleichsgesetz

Holzverbände kritisieren Einschlagsbeschränkung

Am Freitag, 6. November wurde im Bundesrat der Antrag des Landes Nordrhein-Westfalen zum Beschluss einer Verordnung zur Beschränkung des Holzeinschlags im Rahmen des Forstschädenausgleichsgesetzes beraten. Der Entwurf wurde zur weiteren Beratung an den Agrarausschuss verwiesen, der bis Mittwoch, 11. November darüber entscheiden soll.

Ziel des Verordnungsentwurfs ist die Beschränkung des ordentlichen Holzeinschlags in den Jahren 2021 und 2022 auf 70 %. Damit soll der Nadelrundholzmarkt, der aufgrund der anhaltenden Kalamitäten seit 2018 durch ein massives Überangebot geprägt ist, beruhigt werden. Gleichzeitig werden Steuererleichterungen für allen Waldbesitzer in Aussicht gestellt, die von Kalamitätsnutzungen betroffen sind.

Verbände sehen Versorgungssicherheit gefährdet

Ein Zusammenschluss von fünf Verbänden der Holzwirtschaft sieht dadurch die Versorgungssicherheit die Holzverarbeiter gefährdet. Man befürworte das Ziel, die Waldbesitzer beim Umbau hin zu klimastabilen Wäldern zu unterstützen. Die Beschränkungen des Forstschädenausgleichsgesetzes sind dafür nach Ansicht der Holzverbände aber kein geeignetes Mittel.

Ziel sei es, klimastabile Wälder zu schaffen, damit sie ihre Ökosystemdienstleistungen erfüllen können und um langfristig den Rohstoff Holz in Deutschland verarbeiten und verwenden zu können. Dafür müsse die Wirtschaftskraft der Branche erhalten und ausgebaut werden, argumentiert DeSH-Hauptgeschäftsführer Lars Schmidt.

Ziel: Wirtschaftskraft erhalten

Die Verbände unterstützen ausdrücklich die Förderprogramme des Bundes und der Länder und wünschen sich deren Weiterentwicklung, um den Waldbesitzern finanzielle Mittel für den Wald bereitzustellen. Eine Beschränkung des Holzeinschlags im Rahmen des Forstschädenausgleichgesetzes sei aus Sicht der Verbände diesem Ziel nicht zuträglich ergänzt HDH-Hauptgeschäftsführer Dr. Denny Ohnesorge.

Von den bereits vorgebrachten Maßnahmen zur Holzlagerung und der Transportlogistik, wie der bundeslandübergreifenden, einheitlichen Anhebung des zulässigen Gesamtgewichts für Holztransport-LKWs, erwarte man zusätzlich zu den Finanzhilfen positive Effekte, die zusammen mit dem Monitoring und den Prognoseinstrumenten dabei helfen können, die anfallenden Schadholzmengen effizienter im ganzen Land zu verteilen, sagt Lukas Freise, Geschäftsführer der AGR.

Marktbarriere befürchtet

VHI-Geschäftsführerin Anemon Strohmeyer schlißlich spricht von einer Marktbarriere, die durch die Beschränkung des ordentlichen Holzeinschlages geschaffen werde. Das sei perspektivisch fatal und könnte die Holzverwendung gerade im Bauwesen empfindlich schwächen. Ziel muss sein, in Regionen, die die Kalamitäten bereits überwunden haben, die Wiederbewaldung und den Waldumbau zu unterstützen und nicht über mehrere Jahre die Bewirtschaftung der Wälder einzuschränken.

Probleme sieht auch die Zellstoff- und Papierindustrie. Eine flächendeckende Einschlagsreduktion führe zu einer Unterversorgung der Sägeindustrie und damit zu einem geringeren Angebot an den für die Zellstoff- und Papierindustrie wichtigen Sägenebenprodukten, erklärt der Vorsitzende des Ausschusses Forst- und Holz im Verband Deutscher Papierfabriken, Wolfgang Beck. Viele Betriebe der Zellstoff- und Papierindustrie seien zudem technisch auf Frischholz angewiesen. Werde dieses verknappt, beschränke dies gleichzeitig die Möglichkeit der Verarbeitung von Schadholz, das nur im Mix eingesetzt werden könne.

Waldbesitz helfen und Wertschöpfung erhalten

Die Verbände stellen den wichtigen Beitrag von Wald und Holz für den Klimaschutz heraus. Dafür sei es jedoch zentral, Maßnahmen zu entwickeln, die die Waldbesitzer unterstützen und gleichzeitig die Wertschöpfung im Cluster erhalten.

Die fünf unterzeichnenden Verbände sind:

  • DeSH – Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband
  • AGR – Arbeitsgemeinschaft Rohholz
  • HDH – Hauptverband der Deutschen Holzindustrie
  • VHI – Verband der Deutschen Holzwerkstoffindustrie
  • VDP – Verband Deutscher Papierfabriken

BR/DeSH/Red.

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