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Holzverarbeitung in der Schweiz 2018

Im Jahr 2018 betrug der Rundholzeinschnitt in den Schweizer Sägewerken über alle Sortimente betrachtet 1,862 Mio. m³. Damit erhöhte sich der Einschnitt gegenüber 2017 um 4,5 %.

Laut der Mitte Juli publizierten Forststatistik des Bundesamtes für Statistik (BFS) wurde 2018 im Schweizer Wald mit insgesamt 5,2 Mio. m³ 11 % mehr Holz geerntet als im Jahr zuvor. Beim Stammholz beträgt die Steigerung sogar 14 %. Der deutliche Anstieg ist laut BFS vor allem auf den starken Borkenkäferbefall, bedingt durch Sommertrockenheit und die Folgeschäden der Winterstürme von Anfang 2018, zurückzuführen.

Rundholzeinschnitt

Am 8. August 2019 publizierte das BFS die Ergebnisse der Holzverarbeitungserhebung vom letzten Jahr. Im Jahr 2018 betrug der Rundholzeinschnitt in den Schweizer Sägewerken über alle Sortimente betrachtet 1,862 Mio. m³. Damit erhöhte sich der Einschnitt gegenüber 2017 um rund 80.000 m³ bzw. um 4,5 %. Allein beim Nadelstammholz wurde ein Mehreinschnitt von 4,7 % festgestellt. Die Einschnittmenge von Laubstammholz reduzierte sich hingegen um 2,2 %.

Rundholz-Lagerbestand

Gemäß Berechnungen von Holzindustrie Schweiz erhöhte sich 2018 der Rundholz-Lagerbestand in den Betrieben um 70.000 m³. In der Bilanz lässt sich festhalten, dass die Sägewerke immerhin rund 50 % des sturmbedingten Mehranfalls von Stammholz übernommen haben. Die Waldwirtschaft exportierte 37 % mehr Stammholz als 2017. Da auch im Ausland die Verwertungskanäle überlastet waren, verblieb ein gewisser Prozentsatz des geernteten Rundholzes im Wald.

Rundholzpreise

Gemäß Schweizer Außenhandelsstatistik sind im Jahr 2018 im Vergleich zum Vorjahr die Rundholzpreise vom Hauptsortiment Fichte/Tanne trotz der großen Mehrmengen und der tieferen Qualitäten um nur 2 CHF/Fm (2,2 %) gesunken. Laut dem Produzentenpreisindex „Rohholz“ des BFS sind die Nadelrundholzpreise praktisch konstant geblieben (0,6 %). Die zusätzlich geernteten Mengen haben somit beim gehandelten Nadelstammholz zu keinem Preiszerfall geführt.

Resümee

Für die Holzindustrie ist die ausgewiesene Produktionssteigerung im letzten Jahr durchaus erfreulich. Dass dabei das Preisniveau beim Rundholz trotz Überangebot ziemlich stabil blieb, dürfte die Waldwirtschaft positiv stimmen. Die Mehrproduktion war nur deshalb möglich, weil 2018 die Absatzmärkte für Bauprodukte in ganz Europa sehr aufnahmefähig waren. Problematisch für die Waldbesitzer sind aber natürlich die großen Holzmengen, die infolge von Qualitätsproblemen abklassiert werden mussten oder keinen Käufer gefunden haben.

Blick auf 2019

Die statistischen Zahlen des ersten Halbjahres 2019 deuten je nach Sortiment auf stabile oder moderat sinkende Preise hin, sowohl beim Rund- wie auch beim Schnittholz. Der Import von Schnittholz dürfte aufgrund der Überkapazitäten im nahen Ausland und wegen der aktuellen Frankenstärke ansteigen. Auf der anderen Seite zeigt sich die heimische Baukonjunktur erfreulich robust.

Red./Holzindustrie Schweiz

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