ABO

Holzverarbeiter wehren sich gegen ICELT-Pflicht

Künftig könnten in Deutschland nur noch Rundholzspediteure Aufträge der öffentlichen Hand bekommen, die von einem ICELT-Trackingsystem überwacht werden. So wünschen sich das einige Landesforstverwaltungen. Bei dieser Technologie werden unter anderem die Koordinaten des Lkw im Arbeitseinsatz aufgezeichnet. Das setzt eine Zertifizierung der ICELT-GmbH voraus und soll Holzdiebstahl verhindern.
Doch gegen diese Zwangsregelung regt sich breiter Widerstand. Sieben Verbände der Holzverarbeitung und -logistik protestieren in einem offenen Brief gegen das Vorhaben. Kritisiert wird:
• Fehlende Problemanalyse. Es gebe keine genauen Zahlen zum Ausmaß des Holzdiebstahls. Ineffiziente Prozesse in der Bereitstellungskette könnten das Problem größer scheinen lassen, als es sei.
• Fragwürdiger Lösungansatz. Ein Zwangszertifikat stelle die Holztransportbranche unter Generalverdacht und lege sich zu früh auf ein einziges Täterprofil fest.
• Fehlende Transparenz. Das ICELT-Gebührensystem sei intransparent. Weder Spediteure, noch Handel, Holzindustrie oder Verbände seien in die Entwicklung einbezogen worden.
• Offene Rechtsfragen. Die Verbände sehen die Rechtsfähigkeit der gewonnenen Daten vor Gericht als ungeklärt. Die einseitige Einführung der Zertifikatspflicht sei zudem eine Marktzugangsbeschränkung im Sinne des Wettbewerbsrechts.
Die Unterzeichner des offenen Briefs wollen die Causa nun mit der Forstwirtschaft im Rahmen eines Runden Tisches analysieren, bevor mit der Gütesiegel-Einführung Fakten geschaffen werden.
Verbände, die gegen die ICELT-Pflicht auftreten: Arbeitsgemeinschaft der Rohholzverbraucher, Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband, Bundesvereinigung des Holztransport-Gewerbes, Gesamtverband Deutscher Holzhandel, Verband Deutscher Papierfabriken, Verband der Deutschen Holzwerkstoffindustrie, Netzwerk der Forstunternehmen und Forsttechnik.
timber-online.net

Auch interessant

von