Holzverkauf und Holzpreise

Holzunternehmen verklagt Stadt Brilon auf 2,3 Mio. € Schadenersatz

Bearbeitet von Marc Kubatta-Große

Die Stadt Brilon muss einem Holzunternehmen aus Bayern Schadensersatz zahlen. Das hat am 28.07.2022 das Landgericht Arnsberg entschieden. Das Unternehmen fordert 2,3 Mio. € von der Stadt.

2020 hatte die HPT GmbH Industrieholz aus dem bayerischen Nittendorf mit dem Forstbetrieb der Stadt Brilon zwei Verträge über den Einschlag und den Abtransport von 80.000 Fm Fichtenkäferholz abgeschlossen. Im April 2021 kam es laut wdr.de zum Streit.

45.000 Fm zu wenig

Das Landgericht Arnsberg erklärt zum Sachverhalt, die Klägerin mache geltend, der Beklagte habe ihr lediglich die Möglichkeit eingeräumt, 35.000 Fm Holz zu schlagen, und begehre hinsichtlich der weiteren 45.000 Fm Schadensersatz in Höhe von 2.296.000,00 €.

Die Stadt Brilon sagt, sie habe dem Holzunternehmen genügend Flächen angeboten, um vertraglich vereinbartes Holz zu schlagen. Dem widerspricht das Unternehmen und bekam an der Handelskammer des Landgerichts Recht.

„Die Kammer hat ihr Urteil vor allem damit begründet, dass die Beklagte – also die Stadt Brilon – nicht berechtigt gewesen sei, das weitere Abholzen von Holz zu verweigern. Die Stadt hätte weitere Flächen zur Verfügung stellen müssen und eben nicht sagen dürfen, dass der Vertrag bereits erfüllt ist“, erklärt Gerichtssprecher Dr. Alexander Brüggemeier laut wdr.de. Die Höhe des Schadensersatzes soll von Sachverständigen ausgerechnet werden.

Gerüchteküche

Die Stadt überlegt sich, gegen das Urteil in Berufung zu gehen.

wdr.de vermutet als Hintergrund steigende Holzpreise. Der Vertrag sei 2020 abgeschlossen worden als die Preise im Keller waren. 2021 zogen die Preise an. Ein Rechtsanwalt des klagenden Unternehmens habe gegenüber dem Sender die Vermutung geäußert, dass die Stadt aus dem Vertrag aussteigen habe wollen, um das Holz an andere zu besseren Konditionen zu verkaufen. Die Anwältin der Stadt Brilon erklärte dazu, sie wisse davon nichts.

Quellen: holzkurier.com/wdr.de/LG Arnsberg