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Holzpreis minus Transportkosten

Auf diese einfache, aber verständliche Formel brachten es die hessischen Waldbesitzer am 10. Februar auf ihrer jährlichen Waldbauernversammlung in Sontra in der Diskussion nach dem Vortrag von BSHD-Vizepräsident Lars Schmidt. Schmidt hatte in einem Vortrag in Sontra auf die Folgen der zunehmenden Rundholzverknappung für die Holzindustrie – und auch für den Waldbesitz aufmerksam gemacht. „Die in der EuWood-Studie für das Jahr 2030 prognostizierte Versorgungslücke von bis zu 250 Mio. Fm Holz und Biomasse wird es real nicht geben. Denn Unternehmen können tatsächlich in ‚Versorgungslücken‘ ohne Holz nicht existieren. Die Betriebe werden also entweder schließen müssen, in Richtung ‚Holz‘ abwandern, oder sich auf die geänderten Rohstoffbedingungen einstellen“, beschreibt Schmidt die wahrscheinliche Entwicklung. „Aus Sicht der Waldbesitzer jedenfalls aber wird sich die regionale Abnehmerstruktur verändern.“
Daher war man sich einig, dass man einer zunehmenden und unnötigen Verknappung des Rundholzaufkommens in Deutschland durch Großschutzgebiete und überzogene Bewirtschaftungsauflagen durch den Naturschutz gemeinsam entgegenwirken muss. „Auch die Mobilisierung bislang unbewirtschafteter Waldflächen im Kleinprivatwald werden wir weiter vorantreiben, um das Schrumpfen unseres ‚Rohstoffkuchens‘ zumindest teilweise zu kompensieren“, so Schmidt weiter.
„Wer etwas zur Erhaltung der Wälder in der Welt tun möchte, sollte Möbel und andere Holzprodukte aus hier geerntetem Holz kaufen,“ sagte der Präsident des Hessischen Waldbesitzerverbandes, Michael Freiherr von der Tann am 10. Februar in Sontra. „Unsere Wälder werden seit zwei Jahrhunderten nachhaltig bewirtschaftet. Wir haben heute die höchsten Holzvorräte in ganz Europa und die Artenvielfalt in unseren Wäldern nimmt zu, “ so von der Tann. Wer Möbel und andere Holzprodukte aus den hier eingeschlagenen Holzarten Eiche, Buche, Esche, Fichte, Kiefer, Lärche oder Douglasie kaufe, der könne sicher sein, dass diese Hölzer aus naturnah bewirtschafteten Wäldern stammen. Hinzu komme, dass diese Hölzer ohne weite umweltbelastende Transporte auf kurzem Weg zum weiterverarbeitenden Werk und in den Laden kommen.
In Hessen sind 87 Prozent der Wälder nach dem Forstzertifizierungssystem PEFC zertifiziert. Diese Wälder werden nach anspruchsvollen Umweltstandards bewirtschaftet und von unabhängigen Auditoren kontrolliert.  Wirtschaften und Schutz sind in unseren Wäldern kein Widerspruch. „Wer Holz aus den heimischen Wäldern verwendet, leistet seinen Beitrag zur Erhaltung der Wälder und zugleich für die heimische Wirtschaft,“ betonte von der Tann.
 
BSHD/HWBV

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