Holzindustrie, -verbände

Holzpackmittelindustrie kämpft mit stark steigenden Holzpreisen

Bearbeitet von Marc Kubatta-Große

Während Waldbesitzer in Teilen Deutschlands kaum positive Deckungsbeiträge erwirtschaften können, klagt die Holzpackmittelindustrie über drastisch gestiegene Schnittholzpreise und Versorgungsengpässe. Produktionsausfälle werden nicht ausgeschlossen.

Die anhaltende Preisspirale auf dem Schnittholzmarkt setzt immer mehr Unternehmen der Holzpackmittelindustrie zunehmend unter Druck. Die knappe Verfügbarkeit einiger Sortimente sei eine zusätzliche Belastungsprobe für die Betriebe, wie der Bundesverbandes Holzpackmittel, Paletten, Exportverpackung (HPE) e.V. in einer aktuellen Branchenumfrage berichtet. Die Preise können sich mittlerweile fast täglich ändern, beschreibt HPE-Geschäftsführer Marcus Kirschner die angespannte Situation.

Versorgungslage angespannt

Derzeit seien nicht mehr alle Sortimente für die Branche verfügbar, bis zu vier Monate Lieferzeit müssten einige Betriebe einplanen. Insbesondere Palettenhölzer, Sperrholz und Sondereinschnitte sind betroffen. Die boomende Holzbaubranche hierzulande, der exorbitante Holzbedarf in Nordamerika und die eingebrochenen Lieferketten aus Skandinavien und Osteuropa verschärfen die Holznachfrage aus deutschen Sägewerken weiter. Manche Holzpackmittelhersteller berichten, ihre Produktion aufgrund von Materialknappheit bereits gedrosselt oder gar kurzzeitig unterbrochen zu haben.

Schnittholz 24 % teurer

Diese Aussagen spiegeln sich auch in der aktuellen Branchenumfrage wider, für die 106 Unternehmen zu ihrer wirtschaftlichen Lage befragt wurden. Hiernach geben die Unternehmen an, dass sie die größten Herausforderungen für die kommenden sechs Monate bei der Preisentwicklung im Holzeinkauf (71 %), bei der Holzverfügbarkeit der Sortimente (60 %) und beim Bereich Einhaltung der Lieferzusagen der Lieferanten (47 %) erwarten.

Befragt zum Einkauf ihrer gängigsten Sortimente, gaben die Unternehmen Schnittholz als das Sortiment mit den höchsten Preisänderungen an (24%). Die preisliche Steigerung für Sperrholz liegt bei ca. 21 %. Aber auch die Preise für die für Verpackungen benötigten OSB-Sortimente haben deutlich angezogen (18 %). Das spiegeln laut Bloomberg auch die lumber futures wider, die am 18. Februar erstmalig auf über $ 1.000 pro 1.000 board feet geklettert sind. Letztendlich verdeutlichen die Ergebnisse, dass die aktuelle Preisentwicklung im Holzeinkauf neben der Holzverfügbarkeit eine enorme Herausforderung für die Unternehmen der Holzpackmittelindustrie darstellt.

Produktionsausfälle nicht auszuschließen

Geht die Entwicklung in dieser Form in den kommenden Monaten weiter, ist es nicht auszuschließen, dass einige Paletten- und Holzpackmittelhersteller nicht mehr ausreichend Transportmittel produzieren können, warnt Kirschner. Die Preiselastizität sei auf dem kostensensiblen Holzpackmittel- und Palettenmarkt stets sehr gering. Deshalb komme es in der jetzigen Situation umso mehr darauf an, dass Lieferanten, Unternehmen und Kunden sich auf ihre langjährigen Geschäftsbeziehungen besinnen. Nur so sei es möglich, die derzeitigen Herausforderungen zu bewältigen, so Kirschner.

Quelle: HPE