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Holzpackmittelindustrie: 2010 besser als erwartet

Holzpackmittelindustrie: 2010 besser als erwartet, 2011 positive Aussichten

Wie der Bundesverband Holzpackmittel, Paletten, Exportverpackung (HPE) mitteilt, verlief das Geschäftsjahr 2010 besser als erwartet. Allerdings konnte das Vorkrisenniveau noch nicht erreicht werden. Negativ wirkte sich u.a. die schwierige Ertragslage aufgrund überdurchschnittlich gestiegener Holzpreise aus. Siegfried von Lauvenberg, Geschäftsführer des HPE: „Zwar konnten Verkaufspreise erhöht werden, aber nicht immer in dem gewünschten Umfang und nur mit Zeitverzögerung.“ Der Produktionswert bezogen auf HPE-Betriebe mit mehr als 20 Beschäftigten stieg von rund 828 Mio. € im Jahr 2009 auf 991 Mio. € im Jahr 2010. Noch 2008 lag dieser Wert bei 1,065 Mrd. €.

2010 stieg die Produktion von Paletten im Vergleich zum Vorjahr um 13,7 % auf rund 79 Mio. Stück. Der Produktionswert legte um 20,9 % auf rund 565 Mio. € zu. Ähnlich gut entwickelte sich der Bereich Kistenproduktion: 2010 wurden rund 1,3 Mrd. m³ Holz zu Verpackungen verarbeitet, eine Steigerung von 18 %. Der Produktionswert stieg um 18,4 % auf rund 397 Mio. €. Die Importe von Paletten aus Holz stiegen nach vorläufigen Erkenntnissen 2010 auf rund 42,1 Mio. Stück, das sind 10 % mehr als im Vorjahr. Die Hauptlieferländer Polen und die Tschechische Republik legten um 1 % bzw. 24,8 % zu. Zugenommen haben auch die Exporte: Sie stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 11,4 % auf rund 22,3 Mio. Stück. 2010 wurden außerdem Kisten und Kistenteile aus Holz im Wert von rund 58,8 Mio. € eingeführt. Das ist ein Plus von insgesamt 11,6 %. Auch hier weisen Polen und die Tschechische Republik als wichtigste Lieferländer Zuwächse auf. Der Export von Kisten und Kistenteilen stieg um 16,1 % auf rund 23,3 Mio. €.
 
Die Trendwende bei den Verkaufspreisen begann im Frühjahr 2010. Der Jahresdurchschnitt bei Holzverpackungen weist ein Plus von 2 % und bei Paletten ein Plus von 7,1 % auf.

Die Einkaufspreise für Massivholz legten 2010 um durchschnittlich mehr als 20 % im Jahresvergleich zu. Diese Entwicklung ist zu Jahresbeginn 2011 ungebrochen.

Bei den aktuellen Holzpreisen nach Segmenten stellt sich die Lage wie folgt dar: Die Preise von Massivholz für Holzpaletten und Holzpackmittel sowie von Sperrholz bzw. OSB-Platten für Verpackungen bewegen sich weiterhin auf hohem Niveau. Laut aktuellem HPE-Holzpreisindex stiegen die Preise von Massivholz für Holzpaletten im 1. Quartal 2011 im Vergleich zu Vorquartal um 4,3 % und im Vergleich zu Vorjahr um 14,2 %. Ähnlich liegen die Werte bei Massivholz für Holzpackmittel. Sie stiegen um 3,3 % im Vergleich zum Vorquartal und um 13,3 % im Vergleich zum Vorjahr. Seit Einführung des HPE-Holzpreisindexes haben die Preise für Verpackungsschnittholz somit ein Rekordniveau erreicht. Sie liegen um rund 50 % über dem Wert des 1. Quartals 2005. Eine der Ursachen ist die Verknappung des Rundholzangebots, die sich insbesondere in Süddeutschland negativ auf die Holzversorgung auswirkt. Bei Sperrholz gaben die Preise im 1. Quartal 2011 um 1,8 % im Vergleich zum Vorquartal nach, liegen allerdings 17,3 % höher als im Vorjahr. Der leichte Rückgang im 1. Quartal 2011 basiert auf zu Jahresbeginn verfügbaren, zollfreien Kontingenten für Sperrholz aus Übersee. Dieses wird dadurch kurzfristig etwas günstiger. OSB für Verpackungen verteuerte sich um 0,4 % im Vergleich zum Vorquartal und um 18,1 % im Vergleich zum Vorjahr.

Für 2011 geht der HPE von einer positiven Entwicklung aus. „Das erste Quartal lief bei Paletten überdurchschnittlich gut, ansonsten gut. Insgesamt erwarten wir für unsere Branche ein Plus von rund 10 % in 2011“, so von Lauvenberg. Getragen werde diese Entwicklung u.a. von der stabilen Auslandsnachfrage und einer zunehmenden Inlandsnachfrage. Risiken sieht der HPE-Geschäftsführer in der Entwicklung der Finanzmärkte und der hohen Staatsverschuldung wichtiger Industrieländer. Auch der Anstieg der Schnittholzpreise bereitet Probleme. „Die Zeiten günstiger Schnittholzpreise sind vorbei. Die Sicherstellung der eigenen Versorgung bleibt eine Herausforderung“, so der HPE-Geschäftsführer. Dies liege zum einen an der Wiederaufforstung zu Lasten von Nadelhölzern und an der verstärkten energetischen Nutzung von Holz. Gestiegen sind nicht nur die Holzpreise, sondern auch zum Beispiel die Preise für Nägel, Energie und Transport.

HPE

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