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Holzverbrennung: Schnelle politische Korrektur gefordert

Holzverbrennung: Schnelle politische Korrektur gefordert

„Wir verbrennen in Deutschland viel zu viel Holz.“ Das ist das gemeinsame Fazit des Bundesverbandes Sekundärrohstoffe und Entsorgung (bvse) sowie des Verbandes der deutschen Holzwerkstoffindustrie (VHI) in einer Medieninformation vom 13. Januar.

In einem gemeinsamen Positionspapier treten die Verbände für eine verantwortungsvolle Nutzung des Rohstoffes Holz ein. Kritisiert wird, dass die energetische Holzverwendung immer noch mit erheblichen öffentlichen Subventionen gefördert wird. Ob es nun die ermäßigte Umsatzsteuer ist, das Marktanreizprogramm zur Wärmegewinnung oder das Privileg, keine Ökosteuer bezahlen zu müssen. All diese Maßnahmen fördern die Holzverbrennung zu Lasten der stofflichen und damit nachhaltigen Nutzung des Rohstoffes Holz.

Ursprünglich hatten diese finanziellen Anreize durchaus ihre Berechtigung, denn so sollte der Aufbau einer thermischen Infrastruktur gefördert werden. Inzwischen gebe es aber bereits erhebliche thermische Überkapazitäten. Trotzdem fließen die Subventionen und bewirken eine enorme Wettbewerbsverzerrung, wodurch auch die sinnvolle stoffliche Nutzung von Altholz massiv gefährdet wird, erklärt Dr. Peter Sauerwein vom VHI.

Für eine schnelle politische Korrektur schlagen die Verbände unter anderem vor:
• Dem stofflichen Recycling durch Kaskadennutzung ist ein Vorrang einzuräumen.
• Die thermische Verwertung ist zu limitieren.
• Der Aktionsplan der Bundesregierung zur stofflichen Nutzung nachwachsender Rohstoffe vom August 2009 ist im Rahmen der Waldstrategie 2020 umzusetzen und die vorliegenden Vorschläge zu Förderinstrumenten sind zu prüfen.
• Auf Flächen des Bundes sind vermehrt Energievorwälder oder Kurzumtriebsplantagen anzulegen, für deren Anlage auf Flächen der Länder und Kommunen muss sich der Bund einsetzen.
• Eine öffentliche Förderung neuer (Holz-)Biomasseanlagen ist erst auf Basis belastbarer Rohstoffpotenzialanalysen unter Einbeziehung der betroffenen Wirtschaftsbeteiligten vorzunehmen.
• Holz für die energetische Nutzung ist zukünftig zunehmend durch Kurzumtriebsplantagen auf Acker- und Grünlandflächen bereitzustellen.

bvse/VHI

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