Holzverkauf und Holzpreise

Holznutzung in der Schweiz 2020 gestiegen

Bearbeitet von Marc Kubatta-Große

Mit 4,8 Mio. m3 wurden in der Schweiz 2020 insgesamt 4 % mehr Holz geerntet als im Vorjahr. Verglichen mit dem Durchschnitt der Jahre 2016–2019 resultierte ein Plus von 1 %. Im Energieholzbereich wurde 2020 mehr Hackholz geerntet, während die Entwicklung beim Stückholz rückläufig war. Zudem wurden mehr Laubbäume und weniger Nadelbäume neu gepflanzt.

Dies geht aus der Forststatistik des Schweizer Bundesamtes für Statistik (BFS) sowie dem forstwirtschaftlichen Testbetriebsnetz des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) hervor. Die Holzernte des Jahres 2020 fiel damit deutlich geringer aus als jene im Jahr 2018, welche mit 5,2 Mio. m3 überdurchschnittlich hoch ausfiel. Gründe waren damals ein starker Borkenkäferbefalls, Sommertrockenheit und Winterstürme.

8 % mehr Nadelholz, 3 % weniger Laubholz

Mit 3,4 Mio. m3 wurden 2020 8 % mehr Nadelholz geerntet als 2019, wobei sich der seit 2016 beobachtete, steigende Trend fortsetzte. Mit 1,4 Mio. m3 Laubholz – 3 % weniger als im Vorjahr – setzte sich hingegen der Rückgang der Laubholzernte in den Schweizer Wäldern fort.

Verarbeitung zu Hackholz steigt

Analysen zur Holzverwendung zeigen vor allem einen langfristigen Gewinner: das Hackholz. Mit 1,2 Mio. m3 wurden 2020 rund 5 % mehr Holz zu Hackschnitzeln verarbeitet. Der Trend ist seit 2016 ungebrochen steigend. Die Ernte von Energiestückholz hingegen sinkt stetig: von 0,75 Mio. m3 im Jahr 2016 auf 0,70 Mio. m3 im Jahr 2020. Die Ernte von Stammholz, mit 2,3 Mio. m3 nach wie vor das meistgeerntete Sortiment, stieg 2020 nach einem starken Rückgang im Vorjahr wieder um 5 % an.

Nadelstammholz hielt 2020 mit über 2,1 Mio. m3 (+6 %) weiterhin den stärksten Mengenanteil. Laubenergieholz in Form von Hackschnitzeln belegte mit über 0,6 Mio. m3 lange Platz 2 auf der Sortimentsliste, bis dieses 2020 mit 0,58 Mio. m3 (–4 %) vom Nadelenergieholz (Hackschnitzel) übertroffen wurde (0,67 Mio. m3; +14 %). Verstärkt haben diese Entwicklung die Nachwirkungen des Jahres 2018 (Borkenkäferbefall).

Mehr Laubbäume gepflanzt

Bei der Waldverjüngung finden neben Naturverjüngung auch gezielte Pflanzungen statt. Vor allem im Mittelland wird mehr Laubholz (563.000 Bäume; +9 %), während die Nadelholzpflanzungen mit 439.000 Bäumen (-8 %) 2020 zurückgingen.

In der Periode bis zum Borkenkäferjahr 2018 (2016–2018) lag die Anzahl Pflanzungen von Nadelbäumen über denjenigen der Laubbäume, während 2019 das Jahr der Trendwende markierte, welche sich 2020 fortsetzte.

Forstbetriebe mit Minus von 44 Mio. CHF

Die 660 Schweizer Forstbetriebe wiesen 2020 gesamthaft Einnahmen von 525 Mio. CHF (-2 %) aus. Die Ausgaben hingegen betrugen 569 Mio. CHF (-1 %), woraus eine Unterdeckung von rund 44 Mio. CHF resultierte. Das sind 5 % mehr im Vergleich zu 2019 und 13 % mehr im Vergleich zur Zeitperiode 2016 bis 2019.

Bei den 160 Betrieben aus dem forstwirtschaftlichen Testbetriebsnetz der Schweiz, die eine Vollkostenrechnung führen, verschlechterte sich die finanzielle Situation gegenüber 2019: Die Kosten in der Waldbewirtschaftung haben leicht zugenommen (+2 CHF/ha), gleichzeitig waren die Erlöse (-4 CHF/ha) etwas geringer. Dadurch hat sich das Defizit pro Hektar produktive Waldfläche um 6 CHF auf -66 CHF vergrößert.

Quelle: BfS