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Holznutzung im Nationalpark Eifel diskutiert

Holznutzung im Nationalpark Eifel diskutiert

Wald in Entwicklung 2.0 hieß der Titel der öffentlichen Fachtagung in Simmerath-Rurberg am 5. Juni, mit der die Nationalparkverwaltung Eifel und der Förderverein Nationalpark Eifel neue Impulse für die Waldentwicklung im Großschutzgebiet für die nächsten Jahre setzten. „Nach 10 Jahren ist es sinnvoll, die geleistete Arbeit kritisch zu betrachten und die Ziele neu zu definieren“, sagte Henning Walter, Leiter der Nationalparkverwaltung Eifel. „Jetzt ist die Zeit gekommen, um mehr Wildnis zu wagen“, forderten Sabine Wichmann und Stefan Lehrke vom Förderverein Nationalpark Eifel. Tatsächlich sind die großflächigen Renaturierungsmaßnahmen im Nationalpark abgeschlossen. Die hier nicht heimischen Douglasien, die einer natürlichen Entwicklung zu Buchenmischwäldern im Weg stehen, sind weitgehend entfernt. Und auch die in der Eifel nicht heimischen Fichten aus den Bachtälern sind gefällt, unter anderem, um den wertvollen Narzissenwiesen Platz zu machen.Gerade die flächigen Fällungen hatten in den vergangenen Monaten für Verärgerung bei einigen Anwohnern gesorgt. Interessierte Bürger bestimmten dann auch einen großen Teil der Diskussion im mit über 200 Personen gut gefüllten Saal des Antoniushofs im Nationalparkort Simmerath-Rurberg. Ihnen wurde versichert, dass im Nationalpark kein Baum aus Vermarktungsgründen gefällt werde. „Naturschutz führt“, stellte Andreas Wiebe, Leiter von Wald und Holz NRW klar. „Im Nationalpark passiert nichts, was auf den Holzverkauf ausgerichtet ist. Allein der Naturschutz hat hier das Sagen! Das heißt natürlich nicht, dass das Holz, das bei Pflegemaßnahmen im Nationalpark anfällt, nicht verkauft werden darf. Der Nationalpark ist eine wichtige gesellschaftliche und ökologische Aufgabe, die das Land sich auf Grund seiner Verantwortung für die Biodiversität leisten will“.Auf dem Podium war häufig von „mehr Mut“ die Rede. Professor Wolfgang Schmidt von der Universität Göttingen forderte die Bereitschaft zu akzeptieren, dass man das Ergebnis der natürlichen Entwicklung nicht in allen Einzelheiten kennt. Auch für die Zukunft sind die Weichen in Richtung mehr Wildnis gestellt. Dr. Michael Röös von der Nationalparkverwaltung wies darauf hin, dass ab spätestens 2016 im gesamten westlichen Kermeter auf rund 2800 Hektar keine Naturschutzmaßnahmen mit Holzentnahme mehr stattfinden.In den Wochen vor der Fachtagung hatten der Förderverein und die Nationalparkverwaltung zu einer Online-Befragung über die zu diskutierenden Themen eingeladen. Das Meinungsbild der Bevölkerung war Grundlage der Diskussionen. Die Ergebnisse dieser Tagung werden dokumentiert, veröffentlicht und in den Nationalparkplan Band 3 einfließen. Viele Besucher wünschten sich weitere Veranstaltungen dieser Art.

Förderverein Nationalpark Eifel

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