Holzverkauf und Holzpreise

Holznachfrage in den USA bleibt hoch

Bearbeitet von Marc Kubatta-Große

Ende April hat in Vancouver die Konferenz des Council of Forest Industries (COFI) von British Columbia stattgefunden. Ökonomen äußerten auf ihr die Befürchtung, dass Europa und möglicherweise auch Nordamerika aufgrund der Inflation, des Ukraine-Kriegs und steigender Zinsen bis Ende 2022 oder Anfang 2023 in eine Rezession rutschen könnten. Die Schnittholzpreise könnten dennoch stabil bleiben.

Paul Jannke, CEO von Forest Economic Advisors (FEA), sagte, er erwarte, dass die Nachfrage nach Schnittholz in den USA stark bleiben werde, da die Nachfrage nach neuen Wohnungen in den USA so robust ist, selbst bei einem wirtschaftlichen Rückgang aufgrund eines „Unterbaus“ von 4 Mio. Wohneinheiten und eines alternden Wohnungsbestands. „Während wir eine Verlangsamung haben, bleiben diese Märkte immer noch sehr, sehr stark“, sagte Jannke.

US-Schnittholzpreise bleiben hoch, …

Der Verlust von Schnittholzimporten aus Russland werde wahrscheinlich zu einer erhöhten Nachfrage nach kanadischem Schnittholz in asiatischen Ländern außerhalb Chinas führen. „Wir sehen Raum für eine Steigerung der Exporte nach Nordamerika außerhalb Chinas“, sagte Jannke. Er erwarte diese Steigerung für 2023.

Das Preisniveau für 2023 verortet Jannke für 2023 bei rund 500 US$/1000 bdft. Das sei niedriger als die Preise der vergangenen Jahre, aber im langjährigen Vergleich immer noch sehr hoch.

… weil die Baunachfrage hoch bleibt

Aufgrund der Konjunkturentwicklung habe man 2021 in den USA 2,2 Mio. Baustarts erwartet, es habe aber nur 1,6 Mio. Baustarts gegeben. Ursache war der Mangel an Baumaterial, sprich Holz. Die Differenz, das „Underbuilding“, von 600.000 Einheiten stehe nach wie vor auf der Nachfrageseite und werde auf die kommenden Jahre übertragen.

In einer typischen Rezession würden die Baustarts in den USA auf 1,2 Millionen fallen. Aufgrund des Nachholbedarfs am Bau werde die Zahl der Baustarts 2022 und 2023 selbst im Falle eines wirtschaftlichen Rückgangs voraussichtlich 1,6 Mio. betragen.

Export als Stabilisator

Im kommenden Jahrzehnt werde grundsätzlich eine starke Baunachfrage in den USA herrschen, basierend auf der Altersklassenverteilung der Bevölkerung, auf dem erwähnten Nachholbedarf und auf dem Alter des Wohnungsbestands, sagte Jannke.

Zusammen mit dem höheren Holzbedarf in Asien und dem geringeren Holzangebot in Kanada, gepaart mit anhaltenden Logistikproblemen, eröffnet dies weiterhin Marktchancen für europäische Sägewerke am US-Markt. Im Falle einer Rezession mit einem Rückgang der Bautätigkeit in Deutschland und Europa könnte sich der Schnittholzexport in die USA als Stabilisator für die mitteleuropäische Forst- und Holzwirtschaft erweisen.

Marc Kubatta-Große, mit Material von FEA