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Bodenseeländer beurteilen Holzmarkt positiv

Waldbesitzervertreter aus Österreich, Bayern, Baden-Württemberg, Frankreich und der Schweiz trafen sich am 21. September zu den traditionellen Holzmarktgesprächen der Bodenseeländer in Bubendorf/Schweiz. Es wurden die aktuelle Situation und die mögliche Entwicklung des Rundholzmarktes analysiert.
 
Während in den Jahren vor der Finanz- und Wirtschaftskrise die Rund- und Schnittholzpreise von einer weltweit starken Nachfrage getragen waren, wird die diesjährige Preisentwicklung hauptsächlich mit dem unterdurchschnittlichen Angebot von Nadelrundholz in Europa und weniger durch eine hohe Nachfrage auf den Schnittholzmärkten begründet. Als Folge des geringen Rundholzangebotes stiegen die Rundholzpreise im Euroraum. In der Schweiz erreichten die Preise, beeinflusst durch die Kursentwicklung des Schweizerfrankens gegenüber dem Euro, nicht ganz das gleiche Niveau.
 
Den guten Rahmenbedingungen entsprechend hat die Holzernte regional schon vor der traditionellen Haupteinschlagssaison eingesetzt. Auch viele private Waldbesitzer nahmen ihre Einschlagstätigkeit wieder auf. Die Rundholzversorgung der Sägewerke hat sich gegenüber dem ersten halben Jahr im Süden Bayerns und in Österreich bereits wesentlich verbessert. Im Nordosten Frankreichs, in Baden-Württemberg und der Schweiz ist sie derzeit noch angespannt und durch eine gute Nachfrage von Sägerseite geprägt.
 
Beim Laubrundholz wird allgemein von einem höheren Mengenbedarf als in der letzten Saison ausgegangen. Erste Abschlüsse über Buchenstammholz liegen über den Preisen des Vorjahres. Im China-Exportgeschäft ist eine Nachfragebelebung erkennbar. Eiche wird ebenfalls wieder besser nachgefragt, vor allem gute Fassholzqualität. Die Laubrundholzpreise bewegen sich auf einem für den Waldbesitzer noch unbefriedigenden Niveau. Ohne Preissteigerung wird vor allem bei der Buche der Stammholzanteil sinken und vermehrt der industriellen und thermischen Verwertung zugeführt.
 
Industrieholz erfreut sich generell einer hohen Nachfrage. Die Papier- Zellstoff- und Spanplattenwerke produzieren unter hoher Auslastung. Die Preise wurden für praktisch alle Sortimente auf ein konkurrenzfähiges Niveau zum Energieholz angehoben.
 
Beim Energieholz wird eine anhaltend gute Nachfrage festgestellt, die sich mit dem Beginn der Heizperiode noch verstärken wird.
 
Im Hinblick auf das erste Quartal 2011 werden stabile Rahmenbedingungen als Voraussetzung für eine weitere positive Entwicklung der Rund- und Schnittholzmärkte gesehen. Trotz einer unbefriedigenden Entwicklung der Bauwirtschaft scheint der Holzeinsatz bei Neubauten stärker zu sein als die allgemeine Baukonjunktur vermuten lässt.
LK Österreich

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