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Holzmarkt: Vier Länder – ähnliche Herausforderungen

Holzmarkt: Vier Länder – ähnliche Herausforderungen

Mit 35 Teilnehmern war das traditionelle Vier-Länder-Treffen am 7. September 2013 in La Wantzenau/Frankreich so gut besucht, wie selten zuvor. Die Herausforderungen für die Laub- und Nadelholzsäger sind im Elsass, der Schweiz, Österreich und Baden-Württemberg ähnlich: verminderte Rohstoffverfügbarkeit und erschwerter Absatz.
Ein Megatrend ist für Wilhelm Schilling, Vorsitzender der baden-württembergischen Sägeindustrie, dass die Regionalität weiter an Bedeutung gewinnt. Die Antwort seines Verbandes auf diese Herausforderung: „Holz von hier“ – ein praktikables Herkunftszeichen für Schnittholz und die daraus hervorgehenden Weiterverarbeitungsprodukte. In der Schweiz erlöst Holz mit Herkunftszeichen um bis zu 3 % mehr. „Die Kunden kaufen bewusst Schweizer Holz“, erläuterte ein Eidgenosse.
Schilling macht sich Sorgen über die Wertigkeit der Sägewerksbranche. Mit einem Jahresumsatz von 2,3 Mrd. € notiere man am Niveau der „Dönerbuden“. Forderungen des Naturschutzes erhalten somit bei der Politik oftmals mehr Gehör. Als Stichworte nannte er: den Ruf nach Außernutzungstellung von Waldgebieten, Nationalparkgelüste und den Waldumbau zugunsten des Laubholzes.
Das Treffen am Rhein fand unweit des Schwarzwaldes statt. „Die Ertragslage der Sägewerke ist schlecht, weil es zu wenig Rundholz gibt. Ein Nationalpark im besten Wuchsgebiet würde das noch verschärfen“, erläuterte Schilling seinen Kollegen. Die derzeit geringere Nadelschnittholzproduktion hätte nur ein Gutes: Sägerestholz ist knapp und legt im Preis zu.
Für den Herbst wurde die Marktlage so eingeschätzt, dass es weiter steigende Preise geben wird. In Frankreich ist der Baumarkt rückläufig. Daher hätten die Schnittholzkäufer nur gebremst eingekauft. Jetzt, nach Ende der Sommerferien, sind die Schnittholzlager leer. Höhere Preise wären daher möglich, hieß es von französischer Seite.
Beim Laubholz ist der Absatz bei der Eiche gut. Buche bleibt weiterhin das Sorgenkind, die anderen Laubholzarten verlieren an Bedeutung. Weil die großen Binnenmärkte Frankreich und Deutschland alleine nicht mehr genug Bedarf haben, werden die Exportmärkte immer wichtiger.
Verband Säge- und Holzindustrie Baden-Württemberg

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