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Holzmarkt in der Schweiz

Die Schweizer Holzmarktkommission (HMK) stellt fest, dass sich die Aufwertung des Schweizer Frankens zusehends negativ auswirkt. Die Marktpartner bemühen sich um Stabilität. Eine rege Bautätigkeit mit guter Holznachfrage kompensiert beim Schnittholz teilweise die währungsbedingten Nachteile. Der Importdruck durch Mitbewerber aus dem Euro-Raum nimmt aber weiter zu, weil die Währungsverschiebung deutliche Konkurrenzvorteile verschafft. Waldwirtschaft und Holzindustrie sind auch beim Export ihrer Produkte mit Einbußen wegen der Euro-Schwäche konfrontiert. Und im Unterschied zu anderen Branchen können die Produktionskosten naturgemäß nicht durch Einkäufe im Euroraum entlastet werden.

Nadelholz

Die Waldwirtschaft hat die erneute Euro-Schwäche berücksichtigt und die Januar-Preise für Nadelholz moderat angepasst. Die Holzindustrie setzt die bereits im Januar angepassten Preise fort und bekundet damit Bereitschaft zur Stabilität. In der Preisempfehlung der Schweizer Holzmarktkommission vom 29.6.2011 werden für Fichte L1 2b B (ab Wald, ohne MwSt.) als  Empfehlung der Holzindustrie Schweiz 110 bis 115 CHF/m3 (rd. 92 bis 97 €/m3) bzw. Empfehlung der Waldwirtschaft Schweiz 122 CHF/m3 (knapp 103 €/m3)  ausgewiesen. Die Nachfrage nach frischem Nadelrundholz dürfte im Laufe des Sommers noch weiter anziehen.

Laubholz

Betreffend Laubholz sollen für einen Auftrag von November 2011 bis Januar 2012 etwa 15000 Fm Schwellenbuche beschafft werden. Die Wald- und Holzwirtschaft hat sich für diese wichtige Buchen-Anwendung auch politisch eingesetzt. Preisempfehlung der Schweizer Holzmarktkommission für Buche 4 B: Holzindustrie 95 CHF/m3 (rd. 80 €/m3), Waldwirtschaft 110 CHF/m3 (rd. 92 €/m3); Buche 4 C: Holzindustrie 60 CHF/m3 (rd. 50,70 €/m3), Waldwirtschaft 80 CHF/m3 (rd. 67,50 €/m3).

Industrieholz

Der Bedarf an sämtlichen Industrieholzsortimenten ist rege. Alle Werke benötigen frisches Schleifholz. Vor allem die Papierindustrie ist in den nächsten Monaten dringend auf Frischholz angewiesen.

Exporte

Österreichs Rundholzimporte aus der Schweiz stiegen im Vergleich zum 1. Quartal 2010, von 24100 Fm auf 58000 Fm (+240 %). Grund dafür ist der Ausfall der Mayr-Melnhof Swisstimber AG in Domat Ems. Die Preise für Laub- und Nadelfaser sowie Zellstoffe stiegen in den letzten zwei Jahren um rund 16 % an. In Europa dürfte dies auf die weltweit gestiegene Nachfrage und insbesondere auf die Konkurrenzierung der Rohstoffe von Seiten der Energiegewinnung zurückzuführen sein.

Italien, als wichtigstes Exportland für die Schweiz, leidet unter den Sparmaßnahmen. Durch die massive Aufwertung des Schweizer Frankens verabschieden sich immer mehr Italienexporteure und Rundholzabnehmer vom Schweizer Markt. Fällt der Eurokurs unter 1,20, so ist die Schmerzgrenze überschritten, beklagen sich viele Holzhändler. Dazu kommen die langen Zahlungsfristen von 120 Tagen und mehr, welche eine Kalkulation der Preise unmöglich machen. Viele Sägewerke in Italien werden gezwungen auf Holz aus dem EU-Raum umzuschwenken, damit sie den Währungsverlust beim Wechsel EUR zu CHF nicht tragen müssen. Dies führt mittel- bis langfristig zum Verlust von Holzkäufern, da sich diese vermehrt Richtung Österreich und Deutschland orientieren werden.

Holzmarkt Ostschweiz AG

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