Holzindustrie, -verbände

Holzmarkt in Österreich erholt – Verbände: „Rohstoffversorgung sichern“

Bearbeitet von Marc Kubatta-Große

Anlässlich des Internationalen Holztages in Pörtschach, bei dem sich Sägeindustrie und Holzhandel Österreichs mit ihren Geschäftspartnern vor allem aus Italien treffen, äußerte sich Markus Schmölzer, Vorsitzender der österreichischen Sägeindustrie, positiv über die Situation in der Branche:

„Wir erwarten für 2021 erneut eine Steigerung unserer Produktionsleistung. Bereits 2020 konnte die österreichische Sägeindustrie ihre Produktion wie in den Vorjahren steigern, trotz der COVID-Beschränkungen.“ Im Jahr 2020 wurden in Österreich 10,6 Mio. m³ Schnittholz produziert. Auf Basis des ersten Halbjahres liegt die Prognose für 2021 bei einer Produktion von mehr als 11 Mio. m³.

Italien weiterhin wichtigster Markt

Georg Jung, Mitglied im Präsidium des WKO-Bundesgremiums Holzhandel, sieht eine Normalisierung im internationalen Holzhandel. Nach der Coronakrise habe sich der Markt erholt und liege wieder auf Vorkrisen-Niveau. Besonders wichtig Österreich ist der italienische Markt. Fast die Hälfte des Schnittholzexports nach Italien, Deutschland folgt 20 % auf Platz 2.

Plädoyer für offene Märkte

Die Vertreter der Sägeindustrie und des Holzhandels plädieren für stabile Rahmenbedingungen und offene Märkte. Die Diskussionen um Import- und Exportbeschränkungen verunsichere Kunden und schwäche die Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Holzwirtschaft. Der Export bleibe wichtig, um Arbeitsplätze und Wertschöpfung in Österreich zu erhalten. Etwa die Hälfte der Schnittholzproduktion verbleibt in Österreich. Außerdem liege bei steigender Produktion der Export dieses Jahr unter dem Niveau von 2019, so Markus Schmölzer. 2 Mio. m³ Nadelschnittholz habe man zudem importiert und weiterverarbeitet. Das zeige die Priorität des Heimatmarktes.

Absage an Waldstilllegung

Jung und Schmölzer betonten die Bedeutung der Rohstoffversorgung für die Sägeindustrie. Waldflächen stillzulegen sei kontraproduktiv für den Klimaschutz und schlecht für Wertschöpfung sowie Arbeitsplätze.

Eine Economica-Studie komme zu dem Schluss, dass eine Reduktion der Rohstoffbasis um 10 %, wie sie politisch diskutiert werde, zu einem Rückgang der Wertschöpfung in der Holz- und Forstwirtschaft um 8,6 % oder 1 Mrd. € auf 10,3 Mrd. € führen würde. Einschließlich der mittelbar betroffenen Branchen betrage das Minus 1,75 Mrd. €. Über 15.000 Arbeitsplätze seien unmittelbar gefährdet, weitere knapp 11.000 mittelbar.

Quelle: FV Holzindustrie Österreich