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Holzmarkt in Nordrhein-Westfalen

Verglichen mit den Kalamitätsholzprognosen aus April und Mai 2020 führt die etwas kühlere und feuchtere Witterung des aktuellen Sommers zu einem leicht gebremsten Verlauf der Käferkalamität. So kann es sein, dass die Käferholzmengen ggf. auf dem Vorjahresniveau verbleiben und nicht derart drastisch ansteigen, wie befürchtet.

Aktuell sind Bereiche des oberen Sauerlandes und des Kreises Siegen-Wittgenstein mit Höhenlagen zwischen 600 und 800 m ü. NN weiterhin stark von der Käferkalamität betroffen.

Bemerkenswert sind zunehmende Beobachtungen, dass auch Kiefernbestände und Douglasienbestände durch Kupferstecher- und Buchdruckerbefall erheblich geschädigt werden können. Selbst unter der Rinde von Buchen wurden nach Aussage einzelner Meldebetriebe schon Buchdrucker gefunden. Hier seien sie allerdings abgestorben.

Ein Großteil der Meldebetriebe konzentriert die Aufarbeitungen von Käferholz auf Standorte, wo noch eine Hoffnung besteht, Bestände durch Käferhiebe retten zu können. Vor allem kleinere und mittlere Waldeigentümer in NRW geben aufgrund kaum noch vorhandener Kostendeckung die Käferholzaufarbeitung gänzlich auf und führen lediglich verkehrssicherungsrelevante Hiebe durch.

Die in mittelalten und älteren Buchenbeständen vermehrt zu beobachtenden Trockenschäden aus dem Vorjahr scheinen sich nicht so drastisch zu entwickeln, wie noch vor einem Monat befürchtet. Aktuelle Prognosen gehen für Nordrhein-Westfalen von ca. 500.000 Fm Buchenschadholz aus. Regeleinschläge in Laubholzbeständen werden sich aufgrund der ersten Priorität „Kalamitätsbewältigung“ in der anstehenden Saison eher auf geringem Vorjahresniveau bewegen.

Marktsituation

Die bis 2019 etablierten Frühlieferprämien für Buchenstammholz werden für 2020 seitens der relevanten Abnehmer nicht avisiert. Aktuell befinden sich die mengenmäßig marktweisenden Laubholzverträge noch in Verhandlungen. Preise werden erst im Laufe der kommenden vier bis sechs Wochen erwartet.

Der Holzmarkt hat sich für die Fichte nicht verbessert. Coronabedingt sind einige Werke der Abnehmerseite noch immer in Kurzarbeit und haben die Anlieferung aus Gründen übervoller Werkslager gestoppt. Verträge werden eher kurzfristig (sechs bis acht Wochen) und über geringere Mengen abgeschlossen. Die häufig üblichen Quartalsverträge sind vorwiegend mengenseitig gebunden. Preise werden monatlich neu verhandelt, mit tendenziell fallendem Preisniveau.

Weiterhin bleibt der Exportmarkt das relevante Ventil für die Kalamitätsbewältigung. Auch hier werden aufgrund schwankender, schwer vorhersagbarer und im Vorjahresvergleich höherer Frachtkosten weiterhin kurzfristige Verträge geschlossen.

Nadelindustrieholz sowie Nadelpalettenholz ist nur äußerst schwierig bis gar nicht zu vermarkten. Papierwerke haben aufgrund hinlänglich bekannter Corona-Effekte Anfuhr-Stopps verhängt.

Quelle: HMI

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