ABO

Holzmarkt in Norddeutschland

Nach den jüngsten Sturmereignissen stehen die Preise für Nadelrundholz unter Druck. Die Laubstammholzernte ist wegen der witterungsbedingten Nässe weiterhin erschwert. Hinzu kommt, dass durch die prioritäre Aufarbeitung von Sturmholz nur noch wenige Kapazitäten für die Laubholzernte zur Verfügung stehen und es deshalb zu Lieferengpässen kommt.

Wegen der jüngsten Sturmereignisse sind die Preise für Nadelrundholz stark unter Druck geraten. Vor dem Sturm „Friederike“ wurden im Süden Niedersachsens für Fichtenstammholz noch Preise von 91,- bis 93,- €/Fm angelegt. Im Norden und Nordosten Deutschlands lagen sie etwa 5,- €/Fm darunter. Kiefernabschnitte (LAS) der Stärkeklasse 2b, Güteklasse B/C, erlösten in Niedersachsen um 70,- €/Fm. Mittlerweile sind die Gebote der Sägeindustrie deutlich niedriger.

Laubholz: Rundholzversorgung und Preise

An den Laubholzmärkten hat Friederike nur wenig bewirkt. Nach wie vor wird die Laubstammholzernte durch Niederschläge und Nässe erschwert. Viele der vom Sturm betroffenen Waldbesitzer legen ihre Aktivitäten verständlicherweise prioritär auf die Aufarbeitung von Sturmholz. Um dennoch den Bedarf der Laubholzverarbeiter einigermaßen zu befriedigen, hat der Staatswald den Frischholzeinschlag zugunsten der Sturmholzaufarbeitung sowie der Bereitstellung von Laubholz eingestellt. Sowohl bei Buche als auch bei Eiche wird weiterhin mit stabilen bis anziehenden Preisen gerechnet. Auch die Eschenschnittholznachfrage scheint sich nach Angaben der Sägewerke weiter zu beleben.

Die Vertragsauslieferungen hängen häufig mehrere Wochen hinterher. Die Rundholzversorgung einiger Werke ist angespannt. In der Branche wird von zeitweiligen Stillständen berichtet. Auch die rundholzexportierenden Händler konnten ihre Mengen häufig nicht wie geplant verladen. Die Preise sind wegen der geschlossenen Vorverträge stabil. Teilweise bieten Aufkäufer Waldbesitzern Anreize an, um die Rundholzbereitstellung zu forcieren. Durch die begrenzenden Faktoren wie Witterung und Rückekapazitäten dürften nur wenige Betriebe solche Anreize ausnutzen können.

Die Probleme bei der Holzbereitstellung haben sich zum Teil auch auf die Angebotsmengen bei den Wertholzterminen ausgewirkt. So wurde zum Beispiel bei der Northeimer Buntlaubund Eichenwertholzsubmission im Vorfeld sogar über eine Absage des Termins beraten.

Preise für Industrie- und Schleifholz

Die Probleme bei der Holzbereitstellung und die gleichzeitig gute Konjunkturlage der Holzwerkstoff- und Zellstoffindustrie wirken sich belebend auf die Industrieholzmärkte aus. Bei Laubindustrieholz konnten bei Verhandlungen über Jahresverträge für die Hartholzarten Buche, Ahorn, Esche und Eiche Preissteigerungen erzielt werden. Für Buchenindustrieholz in F/K-Qualität wurden Preise von 39,- bis 44,- €/Fm vereinbart. Bei der Eiche reicht die Spanne von 30,- bis 32,- €/Fm. Weichlaubholzarten erzielen wieder über 20,- €/Rm. Nadelindustrieholz in F/K-Qualität ist ebenfalls preislich stabil bis anziehend. Im Norden Deutschlands liegt der Preis in den bestehenden Abschlüssen bei 20,- bis 22,50 €/Rm. Die Nachfrage nach Nadel- und Laubindustrieholz in OSB-Qualität ist hoch. Die Preise erreichen beim Nadelholz in aktuellen Verträgen bis zu 25,75 €/Rm. Die Schleifholzmärkte sind nach wie vor sehr aufnahmefähig. Bei den zum Jahresende durchgeführten Verhandlungen über Jahresverträge wurden die Preise überwiegend fortgeschrieben. Für Fichtenschleifholz liegen die Preise zwischen 30,- und 32,- €/Rm. Kiefernschleifholz erlöst etwa 25,- €/Rm.

HMI; Quelle: LWK Niedersachsen/Red.

Auch interessant

von