ABO

Sturmholzmengen prägen Holzmarkt in Norddeutschland

Die Nadelrundholzmärkte in Deutschland sind weiterhin durch die Aufarbeitung der Sturmholzmengen, einen hohen Frischholzeinschlag außerhalb der Sturmgebiete und die beginnende Aufarbeitung von Borkenkäferholz geprägt.

Nicht nur in den Schwerpunktregionen der Sturmwürfe liegt das Rundholzangebot deutlich über der Nachfrage. Die Aufarbeitung der Sturmholzmengen des Sturms „Friederike“ sowie der vorangegangenen Stürme ist nur regional abgeschlossen. In den Hauptschadensgebieten ist der Aufarbeitungsstand sehr unterschiedlich.

Schadholzmengen überlasten Frachtkapazitäten

In Anbetracht der Borkenkäfergefahr war der Waldbesitz bestrebt, den Windwurfanfall möglichst rasch aufzuarbeiten und zumindest teilweise am Waldweg vor weiterem Befall zu schützen. Während das Holz manchenorts per Bahn oder per LKW abgefahren wurde oder in Folien- oder Nassläger gebracht wurde, ist das Holz in anderen Regionen bewusst lebendkonserviert worden. Insgesamt dürfte sich die Aufarbeitung wegen knapper Frachtkapazitäten noch einige Monate hinziehen. Frachterleichterungen wirken unterstützend, konnten aber die Logistikprobleme nicht lösen.

Konsequenzen für den Frischholzeinschlag

In der verregneten Einschlagssaison im Winter 2017/18 konnten Einschlags- und Einnahmeziele häufig nicht verwirklicht werden, was in den ersten Monaten dieses Jahres durch einen erhöhten Frischholzeinschlag nachgeholt werden sollte. Zudem war man bemüht, abgeschlossene Verträge möglichst rasch auszuliefern. In vielen Regionen Deutschlands und auch in angrenzenden Ländern nehmen derzeit Zwangsnutzungen wegen Borkenkäferbefall zu. Trotz der Reduktion des Nadelfrischholzeinschlags in Bayern und Baden-Württemberg war bisher keine grundlegende Entlastung der Märkte zu spüren.

Nadelholzpreise unter Druck

Die Nadelrundholzpreise sind in den meisten Regionen Deutschlands unter Druck. In den Sturmschadensgebieten in der Mitte und im Norden Deutschlands werden häufig Preise zwischen 65,- und 75,- €/Fm für Fichtenstammholz, Stärkeklasse 2b in B/C-Qualität gezahlt. An den Spotmärkten liegt der Preis zum Teil deutlich darunter. Vertraglich ungebundene Frischholzmengen sind hier aktuell nur schwer vermarktbar. Wegen des bestehenden Überangebots an Fichtenstammholz sind auch die Kiefernstammholzmärkte nach wie beeinträchtigt. In Norddeutschland liegen die Preise für Kiefernlangholzabschnitte LAS, Stärkeklasse 2b, Güteklasse B/C bei 60,- bis 66,- €/Fm. Vertraglich ungebundene Mengen sind kaum absetzbar. Für Nadelholzpalette 2,40 m + 10 cm werden Preise zwischen 29,- und 34,- €/Rm erzielt.

Stimmung am Laubholzmarkt

Die Laubstammholzsäger profitieren ebenfalls von der guten gesamtwirtschaftlichen Lage in Deutschland und in den wichtigsten Exportmärkten. Parallel zu anziehenden Laubschnittholzpreisen waren häufig auch höhere Laubstammholzpreise zu beobachten. Die Buchenstammholzsaison ist früh gestartet. Aufgrund der vergleichsweise niedrigen Rundholzversorgung wurden bereits Ende Mai/Anfang Juni erste Abschlüsse über Frühlieferungen von Buchenstammholz getätigt. Hierbei sind im Vergleich zum Vorjahr der Basispreis leicht und die Frühlieferprämien für Lieferungen ab Ende August deutlich auf bis zu 20,- €/Fm angehoben worden. Nachdem in der Sturmholzaufarbeitung nach wie vor Kapazitäten gebunden sind, könnte die Rundholzbereitstellung zu Beginn der Laubholzsaison vor allem in der Mitte und im Norden Deutschlands erschwert sein.

Für Eichenstammholz wurde in ersten Gesprächen eine hohe Nachfrage signalisiert. Die Eichenrundholzpreise werden ersten Einschätzungen zufolge nochmals deutlich steigen. Im Rahmen der Gespräche wurde auch ein reges Interesse an Eschenstammholz bekundet. Demgegenüber scheinen Kirsche und Bergahorn nach wie vor weniger gefragt zu sein.

Stabilisierung der Industrieholzmärkte

Die hohe Produktionstätigkeit der Holzwerkstoff- und Zellstoffindustrie führt zu einem hohen Rohstoffverbrauch und zur Stabilisierung der Sägerest- und Industrieholzmärkte. Die Nadelindustrieholzmengen sind zum größten Teil in Halbjahres- oder Jahresverträgen gebunden. Größere Preisänderungen hat es in den letzten Wochen nicht gegeben. Für Nadelindustrieholz in F/K-Qualität werden im Norden Preise zwischen 19,- und 24,- €/Rm erzielt. OSB-Qualitäten erlösen 23,40 bis 26,- €/Rm. Die Preise für Fichtenschleifholz liegen zwischen 27,30 und 30,50 €/Rm. Auch hier sind LKW-Transportkapazitäten knapp.

HMI/Quelle: LWK Niedersachsen/Red.

Auch interessant

von