ABO

Holzmarkt in Niedersachsen

Wie unter Holzmarktinfo.de berichtet (11.11.2015), ist der Stammholzmarkt in Niedersachsen zurzeit von einem hohen Angebot geprägt, das zum einen durch Lieferungen von Sturmholz und zum anderen durch einen gewissen Anfall an Käferholz aus südlichen Regionen zumindest mitverursacht ist. So sind die Preise für Fichtenstammholz in den zurückliegenden Monaten um 8 bis 10 % auf 85 bis 87 €/Fm gesunken, auch wenn in Niedersachsen selbst so gut wie kein Käferbefall zu beobachten war. Nach dem Sturmwurf war der Frischholzeinschlag bis Mitte September gestoppt. Lediglich auf ausdrücklichen Kundenwunsch kam frisches Holz auf den Markt. Zwar bekunden die Abnehmer, dass sie auch momentan eigentlich kaum neues Holz bräuchten, doch erfolgten neue Abschlüsse vor allem aus Gründen der Versorgungssicherheit.
Mit Blick auf den kommenden Winter, den auf eigene Kapazitäten und auch auf die Verfügbarkeit von Unternehmern wurden nun Verträge auf dem gesenkten Preisniveau mit einer Laufzeit bis in das erste Quartal 2016 geschlossen. Für Fichtenlangholz BC 1b bis 3b+ wurden bis zum Mai 2016 Preise von 70 bis 87 €/Fm vereinbart, das Leitsortiment 2b liegt bei 85 €/Fm. Abschnitte BC erzielen bis Januar 50 bis 85 €/Fm für die Stärken 1a bis 2b+, teilweise auch 60 bis 84 für 1b bis 3a+.
Während der Fichteneinschlag in den Sommermonaten ruhte, wurde Kiefer im Rahmen der Lieferkontingente meist normal ausgeliefert. Teilweise mussten auch Mengen umgeleitet werden, da regional Gewittertornados zu einem unerwarteten Anfall führten. Zwar reduzierten sich im Sog der Fichte auch die Preise für Kiefer, doch war der Rückgang weniger stark ausgeprägt. Kiefernlangholz zur Lieferung bis Mai 2016 erzielt 58 bis 70 €/Fm für die Klassen 1b bis 3b+, das Leitsortiment 2b liegt bei 67 €/Fm. Abschnittsware BC zur Lieferung bis März 2016 wurde zu 56 bis 66 €/Fm für 1b bis 3a+ verkauft.
In den Verpackungsmarkt drängten teilweise auch etablierte Säger vor, die normalerweise bessere Ware erzeugen. Doch aufgrund rückläufiger Qualitäten beim Rundholz waren manchmal nur entsprechende Sortimente zu erzeugen. Dies führte wiederum dazu, dass auch die Preise für Palettenabschnitte um etwa 5 % auf nunmehr 34 bis 35 €/Rm gesenkt wurden. Die Saison für Buche hat planmäßig begonnen. Die Nachfrage ist lebhaft, teils kam man den Kundenwünschen nach Früheinschlag nach. Vor allem im B-Bereich konnte Stabilität erreicht werden, teils gab es auch leichte Preisanhebungen. Erste Gespräche über die Lieferung von Eiche weisen darauf hin, dass ähnliche Preise wie im vergangenen Jahr zu erwarten sind, teilweise scheinen auch Anhebungen um 3 bis 5 % vertretbar. Derzeit laufen erste Vorbereitungen für die anstehenden Submissionen. Bei Esche ist der Absatz wider Erwarten vergleichsweise gut. Absatzmöglichkeiten bestehen auch in benachbarte europäische Länder. Die Preise für Nadelindustrieholz sind nach längeren Verhandlungen für neue Verträge vereinzelt leicht (OSB-Ware) bis etwas stärker (FK-Sortimente) gesunken, was insbesondere auf einen erhöhten Restholzanfall zurückzuführen ist. Bei Buchenindustrieholz sondieren die Marktpartner zurzeit noch die Marktlage über neue Lieferungen konnte man sich nur in relativ geringem Umfang verständigen. In aktuellen Verträgen für das letzte Quartal 2015 bzw. bei Kiefer und gemischtem Nadelholz bis in das erste Vierteljahr 2016 liegen die Preise für Fichte im Mittel bei 22 €/Rm, für Kiefer zwischen 27,50 und 28,00 €/Rm, für Nadelholz zwischen 24 und 24,50 €/Rm und für Laubholz zwischen 33 und 45 €/Fm.
Die Lager der gewerblichen Brennholzhändler sind nach wie vor voll Teilweise ist von Liquiditätsproblemen zu hören. Hin und wieder wird Holz, das eigentlich für die energetische Nutzung vorgesehen war, verstärkt ins Industrieholz sortiert. Die Abnahme für den privaten Hausbrand ist unverändert, die Preise tendieren stabil.
HMI

Auch interessant

von