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Holzmarkt in Deutschland

In den Sturmwurfgebieten bestimmt das Windwurfholz nach wie vor den Markt – sowohl hinsichtlich der mangelnden Frachtkapazitäten als auch hinsichtlich der niedrigen Preise. Wegen der anhaltend trocken warmen Witterung wird für die kommenden Wochen von einem erhöhten Käferholzanfall ausgegangen.

In Süddeutschland und auch in anderen Regionen Deutschlands ist das Käferholzaufkommen trotz teils enormer Fangzahlen und negativer Prognosen bislang relativ gering. Dies liegt möglicherweise daran, dass Waldbesitzer außerhalb der Windwurfzentren hochmotiviert sind, die gegenwärtig immer noch vergleichsweise hohen Rundholzpreise zu halten, indem anfallendes Käferholz möglichst sofort aufgearbeitet und abgefahren wird. Die Preise – auch für Frischholz – haben dennoch in weiten Bereichen Deutschlands teils deutlich nachgegeben und auch für künftig anfallendes Käferholz sind deutliche Preiszugeständnisse zu erwarten. Es wird aber auch berichtet, dass manche Säger bereit sind, für gute Frischholzqualitäten Preise zu bezahlen, die nur knapp unter dem vorjährigen Niveau liegen.

Nadelstammholz

Die Nachfrage nach Fichtenstammholz ist auch zum Beginn der Ferienzeit bundesweit vergleichsweise gering. In den Schwerpunktregionen der Windwürfe reicht die Preisspanne derzeit von etwas über 60,- €/Fm bis Mitte 70,- €/Fm. Hin und wieder werden Dumpingpreise genannt, die aber eher spekulativen Charakter haben dürften. Qualitativ gutes Frischholz wird in Süddeutschland vereinzelt mit mehr als 90,- €/Fm bewertet. Nadelpalettenholz wird noch immer rege nachgefragt und ansonsten im Rahmen der geschlossenen Jahresverträge abgewickelt. Die Nachfrage nach Kiefern-Stammholz ist im Sog der Fichte gesunken, aber auch saisonale Gründe führten zu dem derzeit recht geringen Einkaufsinteresse. In neuen Abschlüssen in Brandenburg sank das bisherige Preisniveau um 5,- bis 8,- €/Fm auf durchschnittlich 57,- €/Fm für BC-Abschnitte.

Laubstammholz

Die Nachfrage nach Buche ist deutlich angesprungen. Aufgrund der anhaltenden Trockenheit in weiten Teilen Deutschlands könnte der Blattfall – wie schon in 2003 – früh einsetzen. Dies hätte den Vorteil, dass die ausgelobten Frühlieferprämien in Anspruch genommen werden können, ohne dass arbeitstechnisch aufwändige Maßnahmen getroffen werden müssten. Laut Prognosen unserer Testteilnehmer wird die Nachfrage nach Laubstammholz in den kommenden Monaten deutlich zunehmen. Für Eichenstammholz rechnet der Großteil der Meldebetriebe mit einem deutlich belebten Marktgeschehen und damit einhergehend weiter anziehenden Preisen.

Industrieholz

Das Einkaufsinteresse an Fichtenindustrieholz hat erneut nachgelassen und auch die Preise haben vereinzelt nachgegeben. Ausnahme bildet noch immer das Schleifholz. Für die kommenden Monate wird damit gerechnet, dass sich dieser Trend fortsetzt. Zwischen den einzelnen Holzarten – bis auf Buche – bestehen hinsichtlich der Marktentwicklung bzw. den -prognosen kaum Unterschiede. Bei Buchenindustrieholz zieht die Nachfrage spürbar an. Nach Einschätzung etlicher Forstbetriebe dürfte sich diese Entwicklung fortsetzen. Sie rechnen daher damit, auch wieder etwas höhere Preise durchsetzen zu können. Energieholz ist derzeit kaum gefragt. Deutlich besser ist die Lage lediglich bei Buchenenergieholz. Hier hat sich die Nachfrage spürbar belebt, wenngleich die Preise etwas nachgegeben haben. Für die nähere Zukunft wird allerdings mit einem höheren Bedarf und gelegentlich auch steigenden Preisen gerechnet.

HMI

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