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Holzmarkt in der Schweiz

An der Sitzung der Holzmarktkommission von WaldSchweiz und Holzindustrie Schweiz vom 15. Januar 2020 konnten die Waldbesitzer wie auch die Holzverarbeiter in den meisten Teilen der Schweiz eine Entspannung der Käferholzsituation feststellen. Dennoch gibt es nach wie vor mehr als genug Schadholz und Energieholz, Frischholz wird dagegen wieder nachgefragt.

Durch die gute Zusammenarbeit der Wald- und Holzbranche konnten die Schadholzmengen der letzten Monate mehrheitlich abgesetzt und durch die Industrie verarbeitet werden. Viele entsprechende Waldlager konnten abgebaut werden, folglich verkleinern sich die unverkauften Holzmengen kontinuierlich. Lediglich in den durch den Borkenkäfer stark betroffenen Gebieten rund um die Kantone Schaffhausen, Thurgau und Zürich sind die noch vorhandenen Schadholzmengen so groß, dass einzelne Sägereien mit diesen Sortimenten für das ganze Jahr versorgt sind.

Nicht zu unterschätzen ist die Menge an noch stehendem Käferholz, welches aus Forstschutzsicht nicht mehr entfernt werden musste und noch nicht geerntet worden ist.

Frischholz für Qualitätsmix

Wie schon im Herbst 2019 sind die Sägereien aktuell mit Holz schlechterer Qualität gut versorgt. Was sie benötigen, sind gewisse Mengen an Frischholz, um den jeweils werkseigenen optimalen Qualitätsmix bei den Sortimenten zu erreichen. Das Frischholzangebot beim Nadelholz ist in weiten Teilen der Schweiz ausreichend, obwohl die Holzindustrie gewisse Versorgungsängste hat.

Schwierigkeiten bei der Versorgung könnten bei frischem Laubholz auftreten. Gegenwärtig sind diese Sortimente in zu geringen Mengen auf dem Markt verfügbar. Möglichkeiten zur Nachfragebefriedigung bietet unter anderem die frühzeitige Aufarbeitung geschwächter oder bereits abgestorbener Bäume, insbesondere von Eschen und Buchen, teils auch Eichen.

Blick mit Argusaugen auf Wechselkurs

Die mögliche Entwicklung des Euro-/Frankenkurses beunruhigt die Branche und ist besonders für die Industrie momentan ein großer Risikofaktor. Dennoch erhofft sich die Holzindustrie für 2020 gleichbleibende Absatzmengen, verglichen zum Vorjahr. Optimistisch stimmen dabei geplante mehr-geschossige Holzbauten. Wichtig ist, dass dabei vermehrt Schweizer Holz verwendet wird, so dass auch der Schweizer Wald vom Holzbauboom profitieren kann. Leider stellt die Branche hier nach wie vor gewisse Knackpunkte und Schwierigkeiten fest. So ist Holz als gute Baustoffalternative noch nicht bei allen Planern, Architekten und jedem Bauherrn angekommen. Aber auch die Wertschöpfungskette selbst weist noch Verbesserungspotenzial auf. Gerade die hier dringend notwendige kurzfristige Lieferfähigkeit grösserer Mengen ist oft eine Herausforderung.

Auskunftsbegehren der Wettbewerbskommission

An der Januarsitzung hat sich die Holzmarktkommission (HMK) auch über die kürzlich an die Hauptakteure der HMK (Wald-Schweiz und Holzindustrie Schweiz) gerichteten Auskunftsbegehren der Wettbewerbskommission (WEKO) im Rahmen einer Marktbeobachtung unterhalten. Die WEKO stellt dabei Fragen zur bisherigen Praxis der HMK, insbesondere in Sachen Mengen- und Preisempfehlungen. Solange diese Aspekte mit der WEKO nicht hinreichend geklärt sind, verzichtet die HMK auf entsprechende Empfehlungen.

HMK/Red.

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