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Holzmarkt in der Schweiz

Die Holzmarktkommission von WaldSchweiz und Holzindustrie Schweiz hat am 25. Juni getagt. Waldbesitzer wie Holzverarbeiter waren sich einig, dass die Bekämpfung der Waldschäden und die raschen Verarbeitung des anfallenden Käferholzes oberste Priorität haben muss. Beide Parteien empfehlen weiterhin Preisstabilität, rechnen jedoch mit deutlich sinkenden Preisen bei den schlechteren Sortimenten.

Die Waldholzlager mit letztjährigem Sturm- und Käferholz wurden inzwischen mehrheitlich abgebaut. Es ist eine hohe Borkenkäfer-Populationsdichte vorhanden und aktuell breitet sich der Käfer sehr schnell aus. Es sind flächig Einzelbäume und zunehmend auch ganze Bestände betroffen, welche jeweils rasch geerntet werden müssen. Aus Zeitgründen wird das Holz teilweise im Bestand entrindet und liegen gelassen. In höher gelegenen Gebieten liegen nach den vergangenen Winterstürmen noch diverse Streuwürfe im Wald, die nicht aufgerüstet sind.

Unter den Zwangsnutzungen befinden sich außerordentlich viele Weißtannen, die infolge von Trockenheit und Befall durch den Krummzähnigen Weißtannenborkenkäfer abgestorben sind. Auch bei der Föhre und Lärche hat die Waldwirtschaft mit Ausfällen zu kämpfen. Erhöhte Schadholzmengen sind auch beim Laubholz zu beobachten (Trockenschäden Buchen und Eichen, Eschentriebsterben).

Markteinschätzung für das zweite Halbjahr 2019

Der europäische Nadelrundholzmarkt ist aufgrund des Sturm- und Käferholzes immer noch gesättigt, wobei es regionale Unterschiede gibt. Die Lager in den Sägereien sind nach wie vor gut gefüllt und die Aufnahmefähigkeit für neues Holz ist somit begrenzt. Die Schweizer Sägewerke sind angesichts der schwierigen Lage bereit, in den kommenden Wochen vor allem Käferholz anzunehmen und auf die Bestellung von frischem, unbefallenem Holz weitestgehend zu verzichten. Die Marktpartner rechnen mit deutlich sinkenden Preisen bei schlechten Qualitäten bzw. Käferholz. Sägerei-Restholz kann gut abgesetzt werden, allerdings zu teilweise tiefen Preisen (Hackschnitzel). Wegen der Schließung von Pavatex ist kurzfristig zu viel Restholz auf dem Markt.

Bei Swiss Krono in Menznau hat ein zweiwöchiger, technisch bedingter Produktionsstillstand zu einer reduzierten Annahme geführt. Das Unternehmen gibt bekannt, dass die bestehenden Verträge mit den Lieferanten von Wald-Industrieholz deshalb voraussichtlich nur zu 90 % eingehalten werden können. Die Nachfrage nach Holzwerkstoffplatten ist hingegen sehr gut. Swiss Krono Schweiz beabsichtigt, den Frischholzanteil auf 100 % zu erhöhen (zulasten von Recyclingholz) und dabei vor allem auf Schweizer Holz zu setzen. Dazu sollen entsprechende Verträge mit den Lieferanten abgeschlossen werden.

Beide Parteien sind sich einig, dass es angesichts der regional unterschiedlichen Ausgangslage und der unsicheren Käferholzentwicklung keinen Sinn macht, neue Preisempfehlungen für einzelne Sortimente abzugeben. Für frisches Holz und für gute Käferholzqualitäten wird weiterhin Preisstabilität empfohlen.

Zum Einsatz von Holzschutzmitteln

Zurzeit sind mehrere politische Vorstöße zum Thema Pestizideinsatz in der Land- und Forstwirtschaft anhängig. Der Einsatz von Holzschutzmitteln (Pestizide, Insektizide) ist im Wald grundsätzlich verboten, kann aber in begründeten Ausnahmefällen vom Bundesamt für Umwelt BAFU erlaubt werden.

Holzschutzmittel verhindern, dass gelagertes Rundholz von Insekten und Pilzen befallen wird und an Wert verliert. Die Wald- und Holzwirtschaft ist seit je her bemüht, geerntetes Holz so rasch wie möglich abzuführen und auf den Einsatz chemischer Hilfsmittel im Wald zu verzichten. Gerade nach großen Sturmereignissen und anschließendem Käferbefall kann sich die Holzabfuhr jedoch verzögern, und das Holz muss im Wald gelagert werden. Der gezielte Einsatz entsprechender Produkte ist nur auf Holzlagerplätzen erlaubt, streng reglementiert und wird durch das BAFU und die kantonalen Forstdienste überwacht.

Red./Quelle: Holzmarktkommission Schweiz

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