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Holzmarkt in der Schweiz

Wie die Holzmarkt Ostschweiz AG in ihrem aktuellen Holzmarktbericht informiert, läuft der deflationäre Effekt des Wechselkursschocks und der gesunkenen Rohstoffpreise zunehmend aus. Um den Zinsabstand zur Eurozone aufrechtzuerhalten und erneuten Aufwärtsdruck auf den Franken zu vermeiden, sollte die Nationalbank angesichts der anhaltend expansiven Geldpolitik der EZB am Negativzins von -0,75 % festhalten und bei Bedarf weiterhin selektiv am Devisenmarkt intervenieren. Die Schweizer Holz verarbeitenden Betriebe sollten sich auf die aktuellen Rahmenbedingungen einstellen, einen auskömmlichen Rundholzpreis in den Fokus stellen und für diesen gemeinsam kämpfen, damit alle in der Waldwirtschaft und Holzindustrie überleben können.
Nadelholz. In der Ostschweiz läuft der Bau, speziell der Holzbau, auch im November immer noch auf Hochtouren. Die Sägewerke melden durchwegs eine gute bis sehr gute Auftragslage. Die Rundholzversorgung darf als gut betrachtet werden, wobei speziell beim Schwachholz Trämel ein großer Zufluss von außerhalb der Ostschweiz stattfindet.
Aufgrund der eher tiefen Rundholzpreise, wird der Privatwald vermutlich eher zurückhaltend Holz bereitstellen. Bis zum Jahresende geht die Holzmarkt Ostschweiz AG für die Sägewerke von einer guten Holzversorgung aus. Positiv auf die Holznutzung haben sich die gemeinsamen Richtpreisempfehlungen zwischen den kantonalen Waldwirtschaftsverbänden und der Ostschweizer Holzindustrie ausgewirkt. Die letztjährigen großen Preisunterschiede, je nach Sortiment, haben sich reduziert und liegen nun innerhalb der Empfehlungen. Dies zeigt, dass die Rundholzpreise von beiden Seiten, Holzlieferant und Holzkäufer akzeptiert werden.
Laubholz. Der Laubholzmarkt wird sich in Bezug auf Preise und Mengen wie in der letzten Saison abspielen. Frühe Lieferungen bis Dezember sind erwünscht. Die Eiche erfährt weitere Preissteigerungen. Die Nachfrage an guten Qualitäten kann kaum befriedigt werden. Die Esche ist allgemein gesucht, aber ein Überangebot in Folge der europaweiten Eschenwelke vorhanden. Holzarten wie Ahorn, Kirsche, Pappel etc. in C-Qualitäten sind nach wie vor schlecht absetzbar.
Der Buchenmarkt ist weiterhin unbefriedigend. Die Hauptmengen gehen in den asiatischen Raum und benötigen spezielle Längen.
Industrieholz. Die Industrieholzwerke sind mehr als gut mit Rohstoff versorgt. Bei Kronospan laufen die Übernahmen etwas gedrosselt, aber im Rahmen der Verträge. Beim Schleifholzwerk Perlen Papier sind Schleifholzlieferungen nur bedingt möglich. Der Export von Industrieholz-Sortimente ist an Rahmenverträge gebunden.
Energieholz. Die Nachfrage nach Brennholzsortimenten ist zufriedenstellend. Insgesamt herrscht in ganz Mitteleuropa ein Überangebot an Industrie und Energieholz. Diese Situation ist auf drei Faktoren zurückzuführen, welche sich nun kumulieren.
1. Die Übermengen an Energieholz vom letzten Winter sind immer noch nicht ganz abgebaut. Es waren einfach zu milde Winter und die Heizperiode um Wochen zu kurz.
2. Die Nachfrage nach Buchen und Eichen in mittlerer bis guter Qualität ist sehr hoch. Pollmeier hat seine Buchenlager bereits wieder voll. Eichen lösen in Frankreich Rekordpreise und die Nachfrage kann kaum gestillt werden. Hier fallen aber auch große Mengen an Industrieholzsortimenten an, die nun vermarktet werden müssen.
Als 3. Punkt belasten die Restholzprodukte der Sägewerke den Markt zusätzlich, da die Produktionen oft zweischichtig gefahren werden und der D-Holz Absatz und schlechte Qualitäten kaum abzusetzen sind. Die Levante-Staaten, insbesondere Ägypten, waren stets gute Abnehmer. Mit den tiefen Ölpreisen sinkt auch die Liquidität dieser Staaten, was zu Problemen führt. Viele Staaten würden Holz brauchen, können dies aber nicht mehr in nützlicher Frist finanzieren.
Wertholzsubmissionen. Die Wertholzverkäufe im Kanton St. Gallen und Thurgau werden koordiniert und unter dem Dach der Holzmarkt Ostschweiz AG ausgeschrieben. Der gemeinsame Ausschreibungstermin und die Vergabe ermöglichen es den Käufern, innerhalb kurzer Zeit größere Mengen zu erwerben, was sich schlussendlich positiv auf den Holzpreis auswirkt. Es stehen fünf Plätze in Buchs, Henau, Kaltbrunn, Güttingen und Neuwilen zur Verfügung. Die Stämme müssen bis Ende Januar 2017 bereitgestellt werden.
Guten Absatz finden die Baumarten Eiche und Ulme. Der Ahorn ist vor allem in den Furnierqualitäten gut verkäuflich. Auch Nussbäume, sowie sämtliche Obstbaumarten sind gesucht. Der Kirschbaum wird wenig nachgefragt. Beim Nadelholz sind die seltenen Hölzer wie Lärche und Föhre begehrt. Bei der Fichte und Tanne finden vor allem die Spitzenqualitäten guten Absatz. Die Esche wird eher begrenzt laufen, da am Markt ein größeres Überangebot besteht.
Holzmarkt Ostschweiz AG/Red.

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