ABO

Holzmarkt in der Schweiz

Die Holzmarkt Ostschweiz AG informiert in ihrem aktuellen Holzmarktbericht über das Geschehen am Holzmarkt bis September.
Im Zusammenhang mit der Zweitwohnungsinitiative deuten vorauslaufende Baugesuche auf eine Konsolidierung der Bautätigkeit hin. Aggregiert über alle Segmente liegt die anhand der vorliegenden Baubewilligungen absehbare Angebotsausweitung derzeit aufs Jahr gerechnet bei leicht über 50.000 Wohneinheiten. Das entspricht in etwa dem hohen Niveau wie vor Annahme der Zweitwohnungsinitiative 2012.
Die Vertreter der Waldwirtschaft und der Holzindustrie trafen sich am 5.9.2016 im Rahmen der Schweizerischen Holzmarktkommission (HMK) zur Beurteilung des Rundholzmarktes. Die in weiten Teilen des Landes noch immer herrschende rege Bautätigkeit sorgt für eine gute Auftragslage der Sägereien mit entsprechender Nachfrage nach allen Stammholzsortimenten. Industrieholzsortimente konnten nur eingeschränkt geliefert werden. Die tiefen Rundholzpreise und die währungsbedingt schwieriger gewordenen Exporte veranlassten die Waldbesitzer im letzten Winter zu kleineren Erntemengen. Die einheimischen Verarbeiter wurden dennoch ausreichend mit Rundholz beliefert. Dank nur geringen Zwangsnutzungen blieben Angebot und Nachfrage im Inland ausgeglichen. Mit dem Beginn der neuen Einschlagsaison hat nun der Bedarf an frischem Rundholz wieder eingesetzt.
Erfreulicherweise gelang es der Branche, die Marktanteile zu halten und die Nachfrage nach Schweizer Holz auszubauen. Die verstärkten gemeinsamen Anstrengungen für den Einsatz von mehr Schweizer Holz haben sich bewährt, zeigen Erfolge und sollen fortgesetzt werden.
Die Verarbeiter stehen jedoch nach wie vor unter hohem ausländischem Konkurrenzdruck, der kaum Spielraum für Preiserhöhungen zulässt. In zähen Verhandlungen erreichten die Parteien zwar eine Annäherung in den Preisvorstellungen. Für eine gemeinsame Preisempfehlung lagen die Vorstellungen dennoch zu weit auseinander, so dass schließlich für weiterhin getrennte Empfehlungen entschieden wurde. Frisches Holz ist gefragt, insbesondere gute Qualitäten.
Die regionalen Sägewerke in der Ostschweiz verfügen über eine gute Auftragslage und profitieren teils von den langen Lieferfristen der ausländischen Großwerke. Mit einer schnellen und flexiblen Produktion können die kleineren Werke im Nischenmarkt schnell reagieren. Die Vorräte auf den Rundholzlagern sind klein und der Bedarf an Frischholz nimmt zu. Die gemeinsamen Richtpreisempfehlungen der Ostschweizer Waldeigentümer und der Holzindustrie Ost zeigen eine funktionierende Holzkette, welche auch in schwierigen Zeiten eng miteinander zusammenarbeitet. Auch die Firma Lehmann Holzwerk AG in Gossau als größter Abnehmer von Nadelrundholz in der Ostschweiz trägt diese gemeinsame Empfehlung mit und hat ihre Rundholzpreise geringfügig angepasst.
Holzmarkt Ostschweiz AG/Red.

Auch interessant

von