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Holzmarkt in der Schweiz

Der Rundholzeinschnitt in den Sägewerken der Schweiz stieg im Jahr 2014 zum ersten Mal seit 2007 wieder leicht an. Mit 1.869.852 m³ wurde zum Vorjahresvergleich +7 % mehr Rundholz eingeschnitten. Diese leichte Steigerung vermag aber nicht darüber hinwegzutäuschen, dass der Einschnitt immer noch 25 % unter der Einschnitt Menge von 2007 liegt. Von 2006 bis 2010 produzierte das Sägewerk in Domat Ems den Hauptteil der Mehrmengen. Unter dem Aspekt der Frankenstärke ist aber ein Zuwachs von +7 % eine beachtliche Leistung, da der Importdruck von Schnittwaren weiter zugenommen hat.
Die 2014er Zahlen von Swissimpex zeigen klar auf, dass die Schweizer Waldwirtschaft stark auf den Rundholzexport angewiesen ist. Gemäß Zolltarifnummer wurden im Jahr 2014 etwa 688.000 t Rundholz exportiert und 156.000 t importiert. Also 4,5-mal mehr Rundholz wurde exportiert im Vergleich zum Import. Beim Schnittholz zeigt sich, dass im Jahr 2014 doppelt so viel Schnittholz importiert wurde als exportiert, 229.000 t Import und 109.000 t Export.
In der Schweiz wird mehr als genug Rundholz geerntet, um die Binnennachfrage theoretisch zu befriedigen. Die Holzindustrie kann aber nicht alles Holz verarbeiten und vermag es nicht, diverse vom Markt nachgefragte Produkte herzustellen. Die Gründe dafür sind vielschichtig, fehlende Produktionskapazitäten, Holzqualitäten, unterschiedliches Lohnniveau, Frankenstärke, EU Förderungen usw. Die Schweiz verlagert so die Wertschöpfung in den EU-Raum, exportiert den eigenen Rohstoff und importiert anschließend wieder einen Teil als Schnittholz.
In der Ostschweiz entstand ein Überangebot an Rund- und Industrieholz. Bis nach den Sommerferien sind alle Sägewerke sehr gut versorgt. Ab September dürfte die Nachfrage an frischem Rundholz wieder steigen. Ab Oktober dürften die österreichischen und deutschen Sägewerke ihre Sturmholzmengen verarbeitet haben und wieder zu normalen Frischholzpreisen einkaufen, was zu einer weiteren Nachfragebelebung führen dürfte.
Die Ostschweizer Holzmarktkommission hat am 24. Juni getagt. Die Versorgungslage in der Ostschweiz ist sehr gut. Einige Sägewerke melden eine Bevorratung von bis zu 6 Monaten. Die Kommission setzt auf Stabilität und ist der Meinung, dass die wenigen Frischholzmengen weiterhin zu den bestehenden Preisen gehandelt werden sollten.
Der Laubholzmarkt ist saisonbedingt auf wenige Sortimente reduziert. Trends zu Laubholzanwendungen bei Bau und Architektur haben klar zugenommen. Insgesamt sind dies aber im Vergleich zum Nadelholzbedarf immer noch homöopathische Mengen.
Die Industrieholz-Nachfrage an allen Industrieholzsortimenten ist gering. Die Werke sind bis nach den Sommerferien mit dem Rohstoff eingedeckt. Die Anlieferungen sind zurzeit bei fast allen Werken kontingentiert.
Holzmarkt Ostschweiz AG

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