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Holzmarkt in der Schweiz

Die Aufarbeitung der Sturmholzmengen von Ende Oktober 2018 ist in der Ostschweiz weit fortgeschritten. Die großen Schneemengen der letzten Wochen haben aber zu zusätzlichen Schadholzmengen, vor allem Schneebruch geführt.

Die Holzernte konzentriert sich auf die zugänglichen Waldareale. Nadelholznutzungen beschränken sich zurzeit auf die Forstschutzmaßnahmen der Käferbekämpfung.

Problemsortiment am Schweizer Holzmarkt: „altes Sturmholz“

Gespräche mit Vertretern der Holzindustrie zeigen auf, dass auch die Industrie die anfallenden Mengen an Schadholz im Jahr 2018 massiv unterschätzt hat. Viele Betriebe sind auf Frischholz angewiesen und können nicht nur verblautes Käferholz verarbeiten. Zum Problem werden nun die unverkauften Waldlager aus der Sturmholz Aufarbeitung vom Januar 2018. Dieses Holz ist aufgrund der langen Lagerung stark vom Rotfäulepilz und Holzbock befallen. Hier zeigt sich vermehrt, dass solche Polter nur noch im Industrie- oder Energieholzmarkt abgesetzt werden können.

Die ostschweizer Waldwirtschaftsverbände führten im Dezember 2018 über den kantonalen Forstdienst eine einheitliche Erhebung zu den nicht verkauften Holzmengen durch. Die Mengen sind beachtlich, in der Ostschweiz sind rund 170.000 Fm Käferholz angefallen. Es gibt immer noch viel unverkauftes Sturmholz vom Januar 2018. Zusätzlich sind noch tausende Festmeter Käferholz nicht verkauft. Aktuell läuft die zweite Umfrage zu den unverkauften Holzmengen. Die Ergebnisse werden in der ersten Februarwoche erwartet.

Schweizer Holzmarkt regional sehr unterschiedlich

Die Situation auf dem Schweizer Holzmarkt ist zurzeit regional sehr unterschiedlich. Insgesamt sind aber alle Betriebe mit genügend Rundholz versorgt. Große Unterschiede gibt es beim Mix von Frisch- und Schadholz. In einigen Betrieben führt der hohe Anteil minderer Qualitäten und altem Holz zu Problemen bei der Verarbeitung. In der Zentralschweiz ist die Lage am gravierendsten. Weniger stark betroffen ist die Westschweiz. Hier passt der Frischholzanteil am besten. In der Ostschweiz sind Ende Oktober 2018 größere Mengen Sturmholz angefallen. Die Aufarbeitung der frischen Sturmholzmengen erhöht den notwendigen Frischholzanteil zu den bestehenden Lieferungen. Insgesamt wird der hohe Schadholzanfall über die ganze Schweiz als belastend beurteilt.

Der Sturm Vaia vom 28. Oktober 2018 hat diese Situation noch weiter verstärkt. Trotz langjährigen Kundenbeziehungen mit Italien, sind diese Kanäle nun mengenmäßig stark eingeschränkt, da Italien vor einer fast unlösbaren Situation steht und kaum in der Lage ist ihr eigenes Sturmholz zeitnah aufzuarbeiten.

Ein Blick nach Italien

Im Südtirol und Norditalien ist die Aufarbeitung des Sturmholzes voll im Gange. Es gelangen beachtliche Mengen auf den Markt. Viele Akteure versuchen Aufarbeitung, Logistik und Abnahme ins Lot zu bringen. Italien ist mit diesen großen Schadholzmengen überfordert. Holz bis zu einer 10-fachen Jahresnutzung liegt am Boden. Erste Lieferungen gelangen per Bahn oder per Lkw ins benachbarte Tirol.

Verschiedene Handelsunternehmen versuchen eine Logistikkette mit skandinavischen Ländern aufzubauen. Es ist geplant, Ganzzüge oder große Schiffsladungen mit Nadelstammholz oder Industrieholz nach Schweden zu entsenden, da diese Märkte aufgrund der aktuellen Währungsrelation von Euro zur Krone attraktiv sind und dort zurzeit eher ein Mangel an Rohstoff herrscht.

Red./Quelle: Holzmarkt Ostschweiz AG

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