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Holzmarkt in der Schweiz

Die Fachgruppe Industrieholz des Verbandes Holzindustrie Schweiz tagte am 2. Juli in Biel. Im Mittelpunkt der Diskussionen stand die Versorgung der Schweizer Industrieholz-Verarbeiter im Nachgang von Sturm Burglind und mit Blick auf die starke Konjunkturphase.

Der Wintersturm Burglind hat letztlich viel mehr Holz geworfen als ursprünglich von der Waldwirtschaft angenommen. Das viele Sturmholz führte dazu, dass die Lager der Holzindustrie dieses Jahr rasch voll waren und diverse Sägewerke in der Schweiz schon früh kein zusätzliches Holz mehr annehmen konnten. Die Holzmarktkommission empfiehlt in ihrer Medienmitteilung vom 27. Juni 2018 einen Einschlag-Stopp für Nadelfrischholz bis mindestens Ende August.

Mangelhafte Sortierung im Wald

Industrieholz-Verarbeiter wie Holzhändler beklagen die mangelhafte Sortierung des eilig aufgerüsteten bzw. zu lange gelagerten Waldholzes. Die Preise für schlechtes Industrie-Rundholz sind entsprechend tief. Die Waldbesitzer werden dringend aufgerufen, Industrieholz sauber aufzurüsten und besser vom Energieholz zu trennen. Die Qualitätssortierung wird mit zunehmendem Käferholzanteil zusätzlich an Bedeutung gewinnen.

Produktion und Absatz im Höhenflug

In dieser außergewöhnlichen Lage ist die Rohstoffversorgung für die Papier- und Plattenindustrie bis in den Herbst 2018 gesichert. Einerseits fällt in den auf Hochtouren laufenden Sägewerken sehr viel Restholz an. Anderseits warten immer noch viele Holzpolter am Waldrand auf den Abtransport. Auch die Industrieholz-Verarbeiter empfehlen der Waldwirtschaft auf weitere Holzschläge zu verzichten, bis die Lager wieder auf das normale Niveau abgebaut sind. Swiss Krono nimmt laufend die vertraglich abgemachten Mengen Nadel- und Laubholz an. Nach Absprache können auch Zusatzmengen Laubholz geliefert werden. Ab Oktober können die vertraglich neu abgemachten Mengen und Sortimente geliefert werden. Perlen Papier nimmt dank der grossen Papiernachfrage und trotz voller Rundholzlager begrenzt frisches Nadelholz an.

Aussichten

Die Aussichten für Schweizer Holzwerkstoffe und Papierprodukte werden auch längerfristig positiv eingeschätzt. Produkte aus Schweizer Holz werden zunehmend nachgefragt und verdrängen teilweise sogar ausländische Konkurrenzprodukte. Dabei hilfreich ist natürlich der erstarkte Euro. Eine dämpfende Wirkung auf die Papier- und Plattenproduktion haben zurzeit einzig die begrenzten internationalen Transportkapazitäten.

Die Nachfrage nach Holzpellets steigt ebenfalls kräftig, die Marktpreise sind jedoch unter Druck. Die Preise für Restholz bleiben wegen der hohen Nachfrage stabil oder sinken nur leicht.

Holzindustrie Schweiz/Red.

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