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Holzmarkt in der Schweiz

Schweizweit hat der Sturm Burglind (2./3. Januar 2018) geschätzte 1,5 Mio. Fm Sturmholz verursacht. Die Westschweiz und die Kantone Solothurn und Bern wurden am stärksten getroffen. Anfangs wurde von knapp 50 % einer normalen jährlichen Nutzung ausgegangen. Aktuell dürften diese Zahlen aber höher liegen. Die Aufarbeitung ist noch voll im Gange und es fehlt an Absatzmöglichkeiten, so die Holzmarkt Ostschweiz AG im aktuellen Holzmarktbericht.

Vor allem wurde im Verhältnis mehr Nadelholz als Laubholz geworfen. Die Schadenzentren liegen in den höheren Berglagen und waren lange nicht zugänglich. Dies führte dazu, dass die Lage wohl unterschätzt wurde.

Seit anfangs April berichten viele Sägewerke, dass sie die Holzmengen bis Jahresende bereits eingekauft haben. Die Aufarbeitung ist aber noch voll im Gange und es fehlt an Absatzmöglichkeiten. Der hohen Nachfrage aus dem Tirol von Anfang des Jahres wurde zu wenig Achtung geschenkt. Im ersten Quartal hätten große Mengen exportiert werden können. Viele Waldbesitzer haben sich aber über die tiefen Angebote geärgert und die Situation zum Teil unterschätzt. Ein großer Teil der Vertragsmengen konnte gemäß Aussagen von Händlern nicht ausgeliefert werden. Nun ist zwar genügend Rundholz vorhanden, aber die Verträge sind ausgelaufen und müssen nun neu verhandelt werden. Dazu kommt ein Engpass bei der Waggonverfügbarkeit, was die Situation noch schwieriger macht.

Beim Industrieholz ist aufgrund des Sturmes Burglind schweizweit ein hohes waldseitiges Angebot vorhanden. Dieses dürfte im Laufe des Jahres kontinuierlich abgebaut werden.

Holzmarkt in der Ostschweiz

Zurzeit sind alle Betriebe gut mit Rundholz eingedeckt. Mehrere Betriebe melden eine Bevorratung bis Ende August. Die Aufnahmefähigkeit der Ostschweizer Betriebe für zusätzliches Nadelholz ist sehr gering. Alle Betriebe melden eine hohe Auslastung und gute Absatzmöglichkeiten über beinahe alle Sortimente. Vertragsmengen nach Österreich werden noch bis Mitte Juni ausgeliefert. Ob anschließend Anschlussverträge nötig sind wird noch geprüft.

Aktuell haben die meisten Werke ihre Anfuhr stark kontingentiert. Es sind kaum Bahnwagen mehr verfügbar, da das gesamte Wagenmaterial in den letzten Jahren stark reduziert wurde und zurzeit für Sturmholz-Transporte von Deutschland nach Österreich reserviert sind.

Holzmarkt Ostschweiz AG/Red.

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