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Holzmarkt in der Ostschweiz

Was seit Monaten befürchtet wurde, zeichnet sich jetzt in den ostschweizer Wäldern ab. Der überdurchschnittliche warme und trockene Sommer hat die Borkenkäferpopulation stark anwachsen lassen. Seit Mitte August fällt dementsprechend viel Käferholz an. Zurzeit sind Fichtenwälder in den tieferen Lagen stark betroffen.

Bestände über 800 Höhenmeter weisen bislang nur geringe Schadholzmengen auf. Waldeigentümern wird empfohlen, sich auf Forstschutzmaßmahmen zu konzentrieren und weiterhin auf Nadelfrischholznutzungen zu verzichten. Nadelfrischholz soll nur wo dringend notwendig und auf ausdrückliche Bestellung geerntet werden.

Sägewerke helfen, wo es geht, Grenzen sind gesetzt

Die Sägeindustrie hat sich so gut wie möglich mit Sturm- und Käferholz eingedeckt und diese auch verarbeitet. Die aktuellen Mengen, insbesondere der anfallenden Käferholzmengen übersteigen dennoch die Kapazitäten zum Teil massiv. Sämtliche Werke sind bis über das Jahresende hinaus mit Rundholz eingedeckt und können keine zusätzlichen Schadholzmengen mehr übernehmen. Den Druck auf die Sägewerke zu erhöhen, mit der Forderung noch mehr Käfer- und Schadholz zu übernehmen führt nur in eine Richtung, nämlich zu sinkenden Preisen. Waldeigentümer, Förster und Handel müssen akzeptieren, dass die Industrie ihr Möglichstes macht, um dem hohen Angebot entgegenzuwirken.

Exportkanäle sollen vermehrt genutzt werden, um den gesättigten Markt zu entlasten. Aber auch hier gilt das Gleiche wie bei den inländischen Werken; auch sie sind auf die entsprechenden Qualitäten angewiesen und dürfen nicht als Entsorgungskanäle betrachtet werden.

Rundholzmarkt

In den kommenden Monaten dürfte sich für viele Sägewerke die sinkende Qualität beim bereits eingekauften Rundholz und der daraus resultierend steigende Frischholzbedarf als große Herausforderung entwickeln. Aufgrund der hohen Lagerbestände an C-Holz und Käferholz sollten Frischholzschläge vor allem in guten Qualitäten getätigt werden, damit die C-Preise nicht noch zusätzlich unter Druck geraten. Zurzeit sind vor allem gute Qualitäten bei Fichte und Tanne gefragt.

Die Industrieholzwerke sind gut versorgt. Bei Kronospan laufen die Übernahmen im Rahmen der Verträge. Aktuell sind die Nadelholzmengen eingeschränkt. Laubholz kann ohne Einschränkungen geliefert werden. Im Export laufen die Industrieholz-Sortimente, aber auch hier sind die Mengen an Rahmenverträge gebunden. Beim Schleifholzwerk Perlen Papier sind Schleifholzlieferungen im vertraglichen Rahmen möglich.

Der Laubholzmarkt hat bereits wieder angezogen. Die Signale sind positiv und der Markt ist für Buche bereits aufnahmefähig. Aktuell gibt es bereits wieder eine gute Nachfrage nach Buche B/C und Esche. Die Verarbeiter bitten frühzeitig mit dem Einschlag zu beginnen, aber gleichzeitig ab Februar 2019 nur noch vertraglich gesicherte Mengen zu ernten. Die minderen Qualitäten finden im Energie- und Brennholzmarkt laufenden Absatz.

Reduktion der FSC-Fläche

Ende Oktober beginnt die neue Zertifikatsperiode bei Wald St. Gallen & Liechtenstein. Die Rezertifizierungsaudits konnten erfolgreich durchgeführt werden. Der Verband reagiert hier auf die sinkende Nachfrage von FSC-Holz und den steigenden Kosten bei der Umsetzung der Richtlinien. Ab Mitte Oktober 2018 sind nur noch ein Teil der öffentlichen Waldeigentümerflächen zertifiziert. Der Privatwald verfügt über kein FSC-Zertifikat mehr. Holzabnehmer werden gebeten die neue Ausgangslage bei Ihren Holzkäufen zu berücksichtigen.

Red./Quelle: Holzmarkt Ostschweiz

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