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Holzmarkt in der Ostschweiz

Die Holzmarktkommission (HMK) der Ostschweiz hat am 3. Juli getagt und folgt der Empfehlung der HMK Schweiz. Die ostschweizer Betriebe sind mehrheitlich gut bis sehr gut ausgelastet. Die Versorgung mit Rundholz ist bis nach den Sommerferien gesichert. Unverkaufte Waldlager gibt es keine mehr. Gute B-Ware wird stark nachgefragt und bei den C-Qualitäten besteht Säger seitig eher ein Überhang. ; Käferholz ; In den meisten Regionen der Ostschweiz ist der Borkenkäferholzanfall bis jetzt gering. In einzelnen Forstrevieren, vor allem in den Kantonen Schaffhausen, Thurgau und Zürich, zeichnet sich eine gewisse Menge Käferholz ab. Entscheidend wird die Entwicklung der Käferholzsituation im Juli und August sein. Sie birgt zurzeit die größte Unsicherheit. ; Ab August benötigen bereits verschiedene Sägewerke wieder frisches Holz. Sie sind auch bereit eine gewisse Menge Käferholz zu übernehmen. ; Holzernte 2016 ; Im Kanton St. Gallen betrug die Gesamtnutzung im Jahr 2016 rund 260.000 Fm (zum Vorjahr: -7 %). Die Sortimente: 53 % Stammholz, 6 % Industrieholz, 40 % Energieholz, 1 % übrige Sortimente. Der Energieholzanteil hat um 3 % zugenommen. Im Kanton Thurgau betrug die Gesamtnutzung 2016 über alle Sortimente 121.259 Fm (zum Vorjahr -7%). ; Nur noch geringe Akzeptanz für FSC-Waldzertifizierung ; Die Waldzertifizierungsgruppe Ostschweiz betreut die Kantone St. Gallen, Thurgau, beide Appenzell und das Fürstentum Liechtenstein. ; Aktuell sind in der Ostschweiz über 95 % der Waldflächen nach dem Umweltlabel von Forest Stewardship Council (FSC) zertifiziert. Ende Oktober 2018 läuft das Zertifikat aus. ; Der neue, in Vernehmlassung befindende FSC-Standard, hohe Auditkosten und die schwindende Akzeptanz gegenüber dem FSC-Label veranlassten die Waldzertifizierungsgruppe Ostschweiz einen „Marschhalt“ einzulegen. Dazu wurde am 13. Juni eine Informationsveranstaltung durchgeführt. Es wurden sämtliche Interessenvertreter aus den Branchen Sägereien, Handel, Umweltverbände, Forstdienst, Forstpersonal, Forstunternehmer, FSC Schweiz und Auditoren eingeladen. Insgesamt konten 60 Teilnehmer begrüßt werden. ; Im Vorfeld wurde eine Umfrage bei über 80 Kunden gemacht. 30 Betriebe haben teilgenommen. Die Ergebnisse waren teils überraschend. Bei der Frage, ob das FSC-Label künftig noch benötigt wird und wer dieses zwingend braucht, ergab sich folgendes Bild: Es gibt noch wenige Betriebe, welche auf FSC-Holz angewiesen sind. Diese Betriebe beliefern die Bau- und Hobbymärkte über die Großverteiler oder exportieren ihre Produkte ins Ausland. Vor allem bei Laubholzprodukten wird FSC vermehrt nachgefragt. Die regionale Holzindustrie, welche hauptsächlich Nadelholzprodukte für den Baubereich herstellt, kauft zwar viel FSC Holz ein, ist aber oft gar nicht mehr nach FSC zertifiziert oder verkauft nur geringe Mengen mit dem FSC-Label, im Bereich von 1 bis 5 %. Für welche Menge noch eine effektive Nachfrage besteht, konnte mit der Umfrage nicht klar beantwortet werden. ; Fazit der Veranstaltung: FSC-Holz wird auch noch in Zukunft benötigt, wenn auch nicht mehr in diesen großen Mengen. Die FSC-Waldflächen könnten stark reduziert werden, ohne dass nennenswerte Probleme entstehen, und auf wenige öffentliche Forstbetriebe verteilt werden. So ließen sich auch die Kosten für die Waldeigentümer reduzieren. Einbußen bei der Biodiversität wird es keine geben. Schweizer Wälder werden heute schon gemäß Waldgesetz vorbildlich und nachhaltig gepflegt und verfügen über eine hohe Artenvielfalt, dies wird sich auch bei einem Wegfall des FSC-Labels nicht ändern. ; Die Waldzertifizierungsgruppe Ostschweiz wird sich für eine weitere FSC-Zertifizierung in der Ostschweiz einsetzen, konzentriert sich aber auf deren Umsetzung und Kosten. Sie wird versuchen Nachfrage und Angebot von FSC-Holz in Einklang zu bringen, so dass die Kunden und Verarbeiter Schweizer FSC-Holz aus der Region kaufen können und nicht auf ausländische FSC-Ware ausweichen müssen. ;Zum Thema: forstpraxis.de-Meldung ;

Holzmarkt Ostschweiz AG/Red.

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