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Holzmarkt in Bayern

Das StMELF Bayern fasst im Bericht für das dritte Quartal 2019 Entwicklungen am Holzmarkt zusammen.

Die Geschäftslage der nadelholzverarbeitenden Betriebe in Bayern konnte weiterhin äußerst positiv bewertet werden. Nach Abschluss der Sommerpause Anfang August konnte wieder in vollem Umfang produziert werden. Trotz der kalamitätsbedingten Überversorgung auf den Rundholzmärkten, wurde im dritten Quartal von einigen Sägern die Nachfrage nach frischem Nadelrundholz deutlich erhöht.

Die forstwirtschaftlichen Tätigkeiten beschränkten sich bis auf wenige Ausnahmen ausschließlich auf die Aufarbeitung von Kalamitätsholz. Im Süden des Freistaates wurden weiterhin Schneebruch- und Schneedruckschäden aufgearbeitet. Gegen die Erwartungen blieb der Käferholzanfall in diesen Regionen deutlich unter den Vorjahresmengen. Ganz anders die Situation in Ostbayern und in Franken. Die Käferholzmengen in diesen Teilen Bayerns haben sich im Vergleich zu 2018 deutlich erhöht. In allen Waldbesitzarten kam es zu massiven Ausbreitungen von Buchdrucker und Kupferstecher. Die Kalamitätsholzmengen stiegen enorm an und überschwemmten regelrecht die in diesen Regionen ansässigen Sägewerksbetriebe. Dies führte zu Verzögerungen bei der Holzabfuhr und somit zum Aufbau von Waldlagern. Die finanzielle Unterstützung durch den Freistaat Bayern bei der Verbringung von Rundholz außerhalb des Waldes und anschließender Lagerung auf landwirtschaftlichen Flächen und die Einlagerung von Hölzern durch die Bayerischen Staatsforsten in Nasslager konnte die Situation zumindest in Teilen entschärfen und die Märkte entlasten.

Analog zum Käferholzaufkommen waren auch die Preise für Nadelstammholz in Bayern unterschiedlich. In den Hauptschadensgebieten im Osten Bayerns und in Franken wurden für frische Fichtenabschnitte (FL B/C, 2b) zwischen 50 und 60 €/Fm frei Waldstraße ausbezahlt, wohingegen im Süden und Westen Frischholzpreise von 60 bis 70 €/Fm (in allen Waldbesitzarten) möglich waren. Die Käferabschläge bewegten sich zwischen 20 und 30 €/Fm (teilweise 35 €/Fm), was in den stark betroffenen Regionen knapp die Grenze einer kostendeckenden Aufarbeitung erreichte oder sogar unterschritt. Um eine Entlastung der Nadelrundholzmärkte zu erreichen, wurden weiterhin Exporte nach China forciert. Hierfür lagen die Preise für Mischlose zwischen 35 und 45 €/Fm frei Wald.

Kiefernstammholz war wie im vergangen Quartal aufgrund des erhöhten Käferholzanfalles nur schwer zu vermarkten. Preise für Abschnitte (FL B/C, 2b) lagen zwischen 50 und 65 €/Fm frei Wald und vereinzelt auch darunter.

Die Verhandlungen beim Buchenrundholz ergaben eine weitestgehende Fortschreibung der Preise der Vorsaison, was Auszahlungspreise für B4+ zwischen 90 und 115 €/Fm frei Wald bedeutete. C-Qualitäten wurden je nach Stärkeklasse zwischen 55 und 65 €/Fm gehandelt. Die Frühlieferprämien wurden im Vergleich zu 2018 von 20 auf 15 €/Fm im August abgesenkt und die weiteren Staffelungen verkürzt. Für Kalamitätsholz wurde keine Frühlieferprämie angeboten.

Eichenstammholz wurde wie in den letzten Jahren bei nahezu gleichbleibend hohen Preisen rege nachgefragt.

Nadelindustrieholz in den Hauptschadensgebieten war nur sehr schwer zu vermarkten, was zu einem Aufbau der Waldlager führte. F/K-Qualitäten erzielten vielerorts nur noch Preise im unteren zweistelligen Bereich (10 bis 13 €/Rm frei Wald). Für OSB-Qualitäten wurden zwischen 15 und 19 €/Rm ausbezahlt.

Beim Schleifholz war weiterhin ein kalamitätsbedingtes Überangebot zu beobachten. Die aus dem Vorquartal reduzierte Papierholzmenge (IS N) für den Privatwald wirkte sich auch im dritten Quartal negativ aus. Der mit einigen Forstwirtschaftlichen Vereinigungen geschlossene Vertrag mit Abnehmern der Papierindustrie mit einer Laufzeit bis 31. Oktober konnte noch nicht fortgeschrieben werden.

Red./StMELF Bayern

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