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Holzmarkt in Bayern

Das StMELF Bayern fasst im Bericht für das dritte Quartal 2016 Entwicklungen am Holzmarkt zusammen.
Das für die Forst- und Holzwirtschaft wichtige Bauhauptgewerbe konnte deutschlandweit seinen Höhenflug dank der stark gestiegenen Anzahl an Baugenehmigungen und der damit verbundenen guten Auftragslage weiterhin fortsetzen.
Die Situation der Nadelholz verarbeitenden Sägewerke war wie im II. Quartal positiv. Die Preise für Nadelschnittholz waren weiterhin stabil und konnten in einigen Bereichen sogar leicht zulegen. Die Absatzmöglichkeiten bei den Sägenebenprodukten haben sich im Vergleich zum Vorquartal weiter verschlechtert und dämpften die ansonsten positive Geschäftssituation der Nadelholzsäger etwas ein.
Käferholz. Eine ausreichende Versorgung mit Rundholz war gegeben. In Regionen mit erhöhtem Käferholzanfall waren die Annahmen teilweise reglementiert. Vor allem im südlichen Bayern und in Niederbayern bestimmte im III. Quartal 2016 die Aufarbeitung der mit Buchdrucker oder Kupferstecher befallenen Bäume das forstwirtschaftliche Handeln. Die feuchte Witterung zu Beginn des Quartals verzögerte die Entwicklung der Käfer und sorgte somit für eine leichte Entlastung. Jedoch begünstigte die ab der Mitte des Quartals bis in den September anhaltende stabile Hochdruckwetterlage den Schwärmflug der 2. Generation zur Anlage einer weiteren Generation und verschärfte die Lage in den von Niklas vorgeschädigten Gebieten erneut. Im Norden Bayerns und im Alpenraum traten keine größeren Käferholzmengen auf und es konnte der normale Einschlag weitergeführt werden. Im zentralen Mittelfranken häuften sich Meldungen über verfärbte Kieferkronen, bis hin zu bereits abgestorbenen Exemplaren. Ein eindeutiger Zusammenhang mit einem einzelnen, biotischen oder abiotischen Faktor ist bislang nicht nachgewiesen, Experten vermuten jedoch einen Zusammenhang mit dem außergewöhnlich heißen und trockenen Sommer in 2015.
Nadelstammholz. Die Laufzeit vieler Verträge endet mit dem III. Quartal 2016. Abschlüsse über einen längeren Zeitraum waren aufgrund der ungewissen Käferholzmengen oft nicht möglich. Bei bereits erfüllten Verträgen konnte Frischholz häufig zu den gleichen Konditionen weiterbeliefert werden, wobei beim Käferholz die Abschläge teilweise erhöht wurden. Die Preisspanne für Fichtenabschnitte (FL B/C, 2b) variierte je nach Region im südlichen und östlichen Bayern zwischen 86,00 und 90,00 €/Fm frei Waldstraße, während im nördlichen Schwaben und Franken bis zu 94,00 €/Fm ausbezahlt wurden. Für Stammholz (ST 2b) in der Güte B bewegten sich die Preise zwischen 90,00 und 98,00 €/Fm. Die Abschläge für Käferholz blieben im Vergleich zum Vorquartal unverändert und bewegten sich zwischen 10,00 und 15,00 € (im Maximum zwischen 17,00 und 20,00 €) pro Festmeter. Die Nachfrage und Abfuhr von D-Holz war weiterhin sehr verhalten, so dass vielerorts aus Waldschutzgründen Polterspritzungen nötig waren und nicht mehr als 52,00 bis maximal 60,00 €/Fm bezahlt wurden. Für Kiefernabschnitte (FL B/C, 2b) konnten Preise zwischen 69,00 und 78,00 €/Fmfrei Wald erzielt werden.
Laubstammholz. Bedingt durch die von einigen Abnehmern ausgerufenen Frühlieferprämien für Buchenstammholz mit bis zu 20,00 € pro Festmeter im August und durch die trockene Witterung, startet die Laubholzsaison relativ früh und war zum Ende des Quartals bereits im vollen Gange. Die rege Nachfrage nach Buchenstammholz führte zu stabilen Preisen und in einigen Bereichen sogar zu moderaten Preiserhöhungen. Bei Eichenstammholz ist diese positive Entwicklung noch deutlicher zu spüren, was in der Güte B ab der 4. Stärkeklasse deutliche Preiserhöhungen zur Folge hatte. Industrieholz:
Industrieholz. Die Papier- und Zellstoffindustrie war weiterhin sehr gut mit Industrieholz versorgt, was die Marktsituation weiter stark belastete. Einige Verträge in der Papierindustrie mit fixierten Mengen, die Laufzeiten bis in den Winter haben, wurden aufgrund des vermehrten Industrieholzaufkommens bereits zu Beginn des III. Quartals gefüllt. Eine weitere Belieferung war nur noch mit Preiseinbußen von 1,00 bis 3,00 € pro Raummeter möglich. Beim Laubindustrieholz war ebenfalls keine Besserung zum Vorquartal zu verspüren. Die Preise für Buche IL blieben weiterhin auf einen historischen Tiefstand von unter 40,00 € pro Festmeter frei Wald.
Energieholz. Die Situation beim Energieholz verschärfte sich erneut. Vor allem bei Waldhackschnitzeln mussten wiederholte Preisrücknahmen hingenommen werden. Für Waldhackschnitzel wurden zwischen 70,00 und 85,00 €/t atro frei Werk ausbezahlt. Bei schlechteren Hackschnitzelqualitäten näherten sich die Auszahlungspreise für die Waldbesitzer von teilweise unter 2,00 € pro Schüttraummeter frei Waldstraße an die Bereitstellungskosten. Die Nachfrage nach Brennholz war ebenfalls äußerst verhalten, was eine teils deutliche Preisreduzierung zur Folge hatte.
StMELF Bayern

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