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Holzmarkt in Bayern

Die Preise für Fichtenstammholz stehen weiterhin landesweit unter Druck, wobei in Regionen, in denen seinerzeit „Niklas“ besonders wütete, das Niveau nach wie vor vergleichsweise niedrig ist. Vielfach wird Stammholz BC noch immer zu Preisen um 86 €/Fm, teilweise auch spürbar darunter vermarktet. Im Osten und auch Norden wird häufig von einer Spanne zwischen 85 und 90 € berichtet. Der Schwerpunkt dürfte etwa zwischen 87 und 89 €/Fm liegen. Holz, das länger im Wald lagerte, erzielte aufgrund entsprechender Qualitätseinbußen Preise, die auch unter dem genannten Niveau liegen.
In östlichen Regionen Bayerns war stellenweise ein erhöhter Käferholzanfall zu beobachten, wobei die Mengen gebietsweise recht unterschiedlich ausfielen. Es wird geschätzt, dass der Käferholzanfall etwa doppelt so hoch ausfiel wie im Vorjahr. Ein relativ starker Angebotsdruck geht auch von Käferholz aus, das aus Tschechien oder der Slowakei auf den deutschen Markt kommt. Die Sägeindustrie hat angesichts des preisgünstigen Holzes vielfach die Lager gefüllt, so dass der Rundholzbedarf aktuell relativ klein erscheint. Nachfragebedingt halten sich viele Waldbesitzer im Einschlag zurück und hoffen auf Signale der Abnehmer, die einen normalisierten Einschlag rechtfertigen. Angesichts dieser Situation befürchten manche Säger, dass Frischholz auf absehbare Zeit knapp werden könnte. Auch wenn momentan die Lager der Industrie oft noch voll sind – manche Säger signalisieren, dass sie bis zum Frühjahr keinen weiteren Bedarf haben – kam es verschiedentlich zu neuen Verträgen, wobei der Versorgungssicherheit für die Zeit nach Weihnachten Vorrang eingeräumt wurde. So waren manche Abnehmer bereit, auch Preise von 90 €/Fm und teils spürbar darüber anzulegen. Nachdem die Verfügbarkeit von Fichte aufgrund der aktuellen Marktlage etwas eingeschränkt erscheint, weichen manche Säger auf Kiefer aus. Einzelne Waldbesitzer berichten auch von einer gewissen Sonderkonjunktur bei manchen Baumarten oder Sortimenten wie z.B. Douglasie, starker Kiefer oder auch Tanne. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass die benötigten Mengen vergleichsweise klein sind und der diesbezügliche Bedarf offensichtlich eher von kleineren und spezialisierten Abnehmern ausgeht. Für Kiefernabschnitte BC 2b scheint ein Preis von 70 bis 73 €/Fm, im Mittel etwa 71 €/Fm marktüblich zu sein. Buchenstammholz und auch Abschnittsware ist regional gesucht, weshalb die Preise im Vergleich zur vergangenen Saison um etwa 5 €/Fm zugelegt haben. Manchenorts blieben die Preise allerdings auch auf Vorjahresniveau. Vereinzelt konnten für Exportqualitäten Preisanhebungen um etwa 3 €/Fm vereinbart werden. Auch bei Eiche zeigt sich ein hohes Einkaufsinteresse, die Preise stiegen um etwa 10 €/Fm. Etliche Waldbesitzer nutzten die anhaltende Trockenheit, um frühzeitig einzuschlagen und das Holz zu rücken. Bei Spanholz scheinen dir Preise zunehmend unter Druck zu geraten. In neuen Verträgen sanken sie teilweise um 1,50 €/Fm. Manche Betriebe registrierten, dass Sortimente, die eigentlich für die energetische Verwendung vorgesehen waren, nun als Industrieholz auf den Markt kommen. Verschiedene Forstwirtschaftliche Vereinigungen einigten sich bereits Mitte Oktober mit den Abnehmern für den Zeitraum November 2015 bis Ende Oktober 2016 auf die Lieferung von mehr als 100.000 Rm Schleifholz. Im Vergleich zum Vorjahr sanken die Auszahlungspreise um 2 €/Rm auf 36,50 €/Rm. Der Energieholzabsatz an private Kunden dürfte über die Wintermonate etwa auf Vorjahresniveau bleiben, die Preise tendieren stabil. Die Abfuhr aus dem Wald wird derzeit als normal bezeichnet.
HMI/Quelle: HMI-Meldenetz

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