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Holzmarkt in Bayern

Auch im dritten Quartal 2015 waren noch Auswirkungen des Orkantiefs „Niklas“ in Bayern deutlich zu spüren. In den Hauptschadensgebieten im südlichen Oberbayern und Schwaben stand in den letzten Monaten die Aufarbeitung des Sturmholzes im Vordergrund. Örtlich konzentrierte Gewitterstürme im Sommer und Borkenkäferbefall kamen erschwerend hinzu. Die Sturmholzaufarbeitung ist mittlerweile jedoch weitgehend abgeschlossen.
Der Fichten-Frischholzeinschlag wurde in den vergangenen Monaten sowohl im Privat- wie auch im Staatswald in den von „Niklas“ geschädigten Gegenden größtenteils eingestellt. Die Holzabfuhr in den Schadgebieten ist aufgrund der guten Bevorratung der Sägewerke aus dem Vorquartal und des hohen Sturmholzanfalls, vielerorts nur schleppend vorangegangen. Auch die Anfuhrkontingente wurden von den Sägewerken limitiert.
Um die Marktsituation zu entschärfen, wurden aus dem bayerischen Staatswald ca. 300.000 Fm Sturmholz in mehreren Nasslagern konserviert. Zusätzlich wurde Fichten-Rundholz aus den Schadregionen in nördlicher gelegene Sägewerke transportiert. Die Käferholzmengen fallen derzeit noch gering aus, aber nicht nur in den von Orkan „Niklas“ betroffenen Wäldern, sondern auch im Bayerischen Wald häuften sich, vermutlich bedingt durch die trockene Witterung zur Mitte des Quartals, die Meldungen über Borkenkäferbefall.
Marktsituation in Bayern 
Nadelstammholz: Die Marktsituation in Bayern war wie auch im zweiten Quartal sehr differenziert und die unterschiedlichen Preise zwischen Nord- und Südbayern blieben weitestgehend unverändert. In den Schadregionen wurde Fichten-Sturmholz in der Stärkeklasse 2b und Güteklasse B/C zu Preisen zwischen 80 € und 85 €/Fm frei Waldstraße verkauft. Für frisches Fichten-Langholz (B 2b+) konnten Preise bis zu 95 €/Fm frei Wald erzielt werden. Der Käferholzabschlag lag zwischen 10 und 25 €/Fm. Die Stärkeklassenabschläge beliefen sich auf etwa 5 bis 10 €.
Der Preis für Kiefernabschnitte B/C 2b wurde in einigen Regionen ebenfalls reduziert und reichte von 68 € bis 80 €/Fm frei Waldstraße. Für D-Holz aller Stärkeklassen lag die Spannweite zwischen 55 € bis 65 €/Fm frei Waldstraße.
Laubstammholz: Motiviert durch die von einigen Anbietern ausgerufenen Frühlieferprämien von bis zu 20 €/Fm, begann die Einschlagssaison für Buchenholz zum Ende des dritten Quartals. Durch die geringen Mengen an Niederschlag in den Laubholzregionen, waren viele Buchen Ende August teilweise schon entlaubt und ermöglichten somit eine entsprechend frühe Holzernte. Der Preis für Buche B L 4 bis L 6 konnte gegenüber dem zweiten Quartal um 2 bis 4 % erhöht werden.
Industrieholz: Die von einigen Forstbetrieben abgeschlossenen Langzeitverträge haben noch bis ins vierte Quartal Gültigkeit und wurden zu Konditionen von 38,50 bis 39,00 €/Rm frei Wald für Fichtenschleifholz beliefert. Für FK-Qualitäten wurde 22,50 bis 25,00 €/Rm frei Waldstraße an die Waldbesitzer ausbezahlt. Für Buche IL wurde zwischen 67 und 72 €/t atro angelegt.
Energieholz: Bei Energieholz war jahreszeitlich bedingt eine Stagnation der Preise zu beobachten. Bei Hackschnitzeln wurden die Preise teilweise um 1 bis 2 €/t atro reduziert.
StMELF Bayern

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