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Holzmarkt in Bayern

Wie aus dem HMI-Meldenetz von Anfang September hervorgeht, ist die Situation an den Märkten für Fichtenstammholz noch immer recht differenziert. In Regionen in der Nähe der Hauptschadensgebiete um Niklas ist Sturmholz teilweise noch immer zu Preisen zwischen 80 und 82 €/Fm am Markt. Vereinzelt registrierten Waldbesitzer – und hier insbesondere aus dem Kleinprivatwald – dass angesichts der Tatsache, dass manchenorts nun zunehmend auch Käferholz in marktrelevanten Mengen angeboten werden, die Preise nochmals um 1 bis 3 €/Fm gesunken sind.
Die Sägeindustrie hat angesichts voller Lager die Anfuhr gelegentlich gestoppt und bietet nur noch Abwehrpreise. In sturmferneren Regionen blieben die Preise in den zurückliegenden Monaten zwischen 85 und 90 €/Fm, vereinzelt auch darüber. Die relativ große Spreitung liegt wohl auch daran, dass der Kleinprivatwald, dem die Bestände umgefallen sind, kaum eine andere Möglichkeit hatte, als das Holz möglichst bald zu den jeweils gebotenen Preisen zu verkaufen, während größere Privatwaldbesitzer oder Kommunen eher die Möglichkeit hatten, höhere Preise auszuhandeln.
Die Bayerischen Staatsforsten (BaySF) haben das Holz kaskadenartig in sturmfernere Regionen abgesetzt, so dass hierdurch das ursprüngliche Überangebot in gewissem Umfang entlastet wurde. Während vor „Niklas“ noch Preise von 100 bis 105 €/Fm für das Leitsortiment gängig waren, liegen sie nun zwischen 90 bis 93 €/Fm. Einen gewissen Marktausgleich bewirkten auch die von den BaySF angelegten Nasslager. Bezüglich der Borkenkäfer ist die Situation je nach Region recht unterschiedlich: Während in manchen Betrieben so gut wie kein Käferholz auf den Markt kommt, ist der Käferbefall in anderen Betrieben vergleichsweise hoch. Derzeit wird meist auf bestehende Verträge ausgeliefert. Es zeigt sich allerdings, dass Teile der Sägeindustrie zunehmend auch an frischem Holz interessiert sind. Die BaySF führen diesbezüglich erste Gespräche, die nun sukzessive in Verhandlungen übergehen. Auch außerhalb der BaySF zeigt sich, dass das Stammholzangebot zunehmend durch den Anfall von Käferholz, aber auch durch regional begrenzte Gewitterstürme belastet wird.
Die allermeisten mittleren wie auch größeren Betriebe haben den regulären Rundholzeinschlag sofort nach Niklas gestoppt. Auch jetzt wird nach Möglichkeit kein zusätzliches Holz auf den Markt gebracht. Ausnahmen bilden dabei Lieferungen von frischem und gutem Holz an Firmen, die für besondere Verwendungen entsprechende Qualitäten benötigen. Hierfür werden dann auch Preise angelegt, die leicht bis deutlich über 90 €/Fm, in sturmfernen Gebieten auch knapp unter 100 €/Fm liegen. Aus Regionen mit einem höheren Angebot an Kiefer wird berichtet, dass auch die Kiefernpreise nach Niklas spürbar auf 65 bis 68 € für BC-Holz nachgegeben haben. Zu berücksichtigen ist dabei, dass die Mengen angesichts der großen Bläuegefahr recht gering waren.
Die Absatzmöglichkeiten für Industrieholz werden zwar häufig als vergleichsweise gut bezeichnet, doch äußern manche Betriebe Bedenken hinsichtlich des Energieholzes. Während der Absatz an Kleinselbstwerber wohl in gewohntem Umfang weiter möglich sein dürfte, sind die Händler sowie größeren Abnehmer gut versorgt und signalisieren, dass sich an dieser Situation wohl kaum etwas ändern dürfte, sollte der kommende Winter wieder so mild bleiben wie in den vergangenen beiden Jahren.
HMI/Quelle: HMI-Meldenetz

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