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Holzmarkt in Bayern

Das StMELF Bayern fasst Entwicklungen in der Forst- und Holzwirtschaft im Bericht für das zweite Quartal 2019 zusammen.

Laut ifo-Geschäftsklima-Index konnte auch im zweiten Quartal 2019 ein leichter konjunktureller Rückgang im Euroraum beobachtet werden. Im für die Forstwirtschaft wichtigem Bauhauptgewerbe ist die Situation jedoch weiterhin äußerst zufriedenstellend und die Auftragslage ausreichend.

Die nationale und internationale Nachfrage nach Nadelschnittholz im vergangenen Quartal war ungebremst hoch. Die Sägewerke konnten bei voller Auslastung produzieren. Die Versorgungslage mit Rundholz war nicht ganz so hoch wie erwartet, was zu einer Reduzierung der Rundholzlagerbestände bei den Sägewerken führte. Die Nadelholz verarbeitenden Betriebe konnten trotz leichter Preiseingeständnisse für ihre Produkte bei den aktuell niedrigen Einkaufspreisen für Rundholz erneut Rekordgewinne verbuchen.

Die bayerischen Laubholzsäger waren ausreichend mit Rohstoff versorgt und füllten im vergangenen Quartal ihre Lager für die Sommermonate. Bereits zur Mitte des Jahres 2019 wurde von einigen Buchenholzabnehmern ein reges Einkaufsinteresse mit entsprechenden Frühlieferprämien angekündigt.

Forstwirtschaft

Trotz der kühlen Temperaturen im Mai wurde zum Ende des II. Quartals in vielen Regionen Bayerns ein kontinuierlicher Käferholzanfall gemeldet. Die entstandenen Schneebruchmengen aus dem ersten Quartal 2019 wurden teilweise deutlich unterschätzt und sorgen zusätzlich für ein erhöhtes Risiko bei der Verbreitung von Kupferstecher und Buchdrucker. In einigen Hochgebirgslagen konnte aufgrund der extremen Schneemengen erst ab Ende Mai/Anfang Juni mit den Aufarbeitungen begonnen werden. Eine flächendeckende Beseitigung der Schäden ist aufgrund der weiten Verstreuung und dem teilweise nur fußläufig zugänglichem Gelände noch nicht abschließend erfolgt.

Der Frischholzeinschlag ist in allen Besitzarten weitestgehend zum Erliegen gekommen und wird nur bei vertraglichen Verpflichtungen oder für Sondersortimente mit entsprechenden Preisen durchgeführt. Die Bayerischen Staatsforsten (BaySF) haben wie im vergangen Jahr auch frühzeitig damit begonnen, Hölzer in Nasslagern zu konservieren und somit die Marktsituation nicht noch zusätzlich zu belasten. Durch den reduzierten Frischholzeinschlag und der Einlagerungsstrategie der BaySF konnten waldseitig bereitgestellte Stammholzmengen vielerorts wieder zügiger abfließen als zu Beginn des Jahres.

Holzmarkt

Nadelstammholz. Abgesehen von einzelnen längerfristigen Verträgen wurden die Nadelholzpreise wiederholt nach unten korrigiert. Für frische Fichtenabschnitte (FL B/C, 2b) ergab sich je nach Region und Besitzart eine relativ weite Preisspanne zwischen 55 und 70 €/Fm frei Waldstraße. Langhölzer in guter Qualität (ST B, 2b) konnten vereinzelt zu Preisen von deutlich über 80 €/Fm vermarktet werden. Für bereits verfärbte und überlagerte Käferhölzer wurden Abschläge zwischen 25 und 30 €/Fm erhoben, was in einigen Regionen Auszahlungspreise von 25 bis 30 €/Fm in der Stärkeklasse 2b bedeutete (Stärkeklasse 2a: 20 bis 25 €/Fm) und eine kostendeckende Aufarbeitung teilweise nicht mehr ermöglichte. Kiefernabschnitte waren aufgrund des erhöhten Fichtenanfalles vielerorts nur schwer zu vermarkten, was das Preisniveau im Leitsortiment (FL B/C, 2b) auf Preise zwischen 55 und 65 €/Fm frei Wald sinken ließ.

Laubstammholz. Die reguläre Einschlagstätigkeit beim Laubstammholz wurde im Laufe des Quartals eingestellt.

Industrieholz. Die Nadelindustrieholzpreise standen ebenfalls zunehmend unter Druck. Vor allem schlechtere Qualitäten (FK) haben im Preis erneut nachgegeben und wurden zwischen 15 und 18 €/Rm frei Waldstraße gehandelt. Papierholz (IS N) aus dem Privatwald konnte bei reduzierter Menge (minus 50 %) auf bestehende Verträge zu den bekannten Konditionen geliefert werden.

StMELF Bayern/Red.

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