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Holzmarkt in Bayern

Das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (StMELF) fasst im Bericht für das vierte Quartal 2017 Entwicklungen am Holzmarkt zusammen.

Die Nachfrage nach frischem Fichtenrundholz war wie im dritten Quartal 2017 weiter hoch. Der von den Bayerischen Staatsforsten (BaySF) ausgerufene Frischholzeinschlagstopp im dritten Quartal 2017 wurde zum Jahresende weitestgehend aufgehoben, was eine Versorgung der Abnehmer mit frischem Fichtenrundholz sicherstellte. Im Privatwald hingegen wurde kaum Frischholz bereitgestellt. Hier beschränkte sich die Einschlagstätigkeit überwiegend auf die Aufarbeitung von Sturmwurf- und Käferholzmengen.
Die Einschlagsaktivitäten beim Laubholz wurden durch die teilweise hohen Niederschläge vielerorts erschwert. Vor allem die Rückung der eingeschlagenen Stämme konnte in vielen Regionen nicht durchgeführt werden, was zu vermehrten Lieferengpässen führte.
Die im vierten Quartal durchgeführten Wertholzsubmissionen – sowohl für Nadel- als auch Laubholz – erzielten wiederholt gute Ergebnisse. Vor allem beim Laubholz konnten erneut Rekordergebnisse erlöst und die Durchschnittspreise nach oben korrigiert werden. Spitzenreiter war hier wie in den vergangenen Jahren Eichenwertholz.

Nadelstammholz

Aufgrund des erhöhten Angebots an Sturm- und Käferholz, waren vor allem die Preise für schlechtere Qualitäten weiter unter Druck. Wegen einer erhöhten Nachfrage an frischem Holz konnten die Preise für frisches Fichtenholz spürbar erhöht werden. Während in den Hauptschadgebieten im Südosten Bayerns die Preise für Fichtenabschnitte (FL B/C, 2b) zwischen 82 und 88 €/Fm frei Waldstraße lagen, wurden in anderen Regionen wieder bis zu 93 €/Fm ausbezahlt. Für Fichtenstammholz (ST 2b) in B-Qualität lag das Preisniveau zwischen 87 und 97 €/Fm bei einem C-Holzabschlag von 10 €/Fm. Die Stärkeklassenabschläge für geringere Dimensionen blieben mit 8 bis 12 €/Fm in etwa gleich. Die Abschläge für Käferholz waren weiterhin sehr hoch und erreichten bei manchen Abnehmern bis zu 28 €/Fm (im Mittel 10 bis 23 €/Fm).
Das Preisniveau bei Kiefer ist auch im 4. Quartal 2017 durch das Überangebot von Käferholz unter Druck geraten. Die Auszahlungspreise für Abschnitte (FL B/C, 2b) variierten zwischen 68 und 75 €/Fm frei Wald.

Laubstammholz

Die Nachfrage nach Buchenstammholz ist zu Beginn des Quartals deutlich gestiegen. Dies ist vor allem auf ein erhöhtes Exportniveau in den asiatischen Raum zurückzuführen. Die Preise konnten weitestgehend auf dem Niveau vom Vorquartal gehalten bzw. leicht erhöht werden. Die von einigen Anbietern ausgelobten Frühlieferprämien von 6,00 bis 7,00 €/Fm für Lieferungen bis Ende Oktober 2017 und 2,00 bis 3,00 €/Fm im November 2017, sind im Vergleich zur vorherigen Laubholzsaison deutlich zurückgegangen.
Die Preise für Buchenstammholz B in der 4. Stärkeklasse bewegten sich zwischen 95 und 115 €/Fm (vereinzelt auch bis 125 €/Fm). Für C-Qualitäten in der gleichen Stärkeklasse wurden 65 bis 78 €/Fm ausbezahlt.
Die Preise für Eiche konnten auch im vergangenen Quartal zulegen und sind weiterhin auf einem sehr hohen Niveau. Während die Preiserhöhungen bei Eichen B-Qualitäten nur sehr geringfügig ausfielen, wurden die Preise bei starken C-Qualitäten deutlich nach oben angepasst. Für Eiche L B 4 wurden Preise zwischen 325 und 330 €/Fm ausbezahlt in stärkeren Dimensionen (L B 6) bis 450 €/Fm. Für C-Qualitäten wurde in der 4. Stärkeklasse bis 150 €/Fm und ab der 6. Stärkeklasse bis 185 €Fm angelegt.
Die Nachfrage nach Eschenrundholz war ebenfalls sehr rege, was auch zu Preiserhöhungen führte. Für B/C-Qualitäten in der 4. Stärkeklasse wurden zwischen 100 und 110 €/Fm ausbezahlt. Für starke Dimensionen (L 6) sogar bis 135 €/Fm.

Industrieholz

Zur Mitte des Quartals konnten Vertreter von Forstwirtschaftlichen Zusammenschlüssen mit Abnehmern aus der Papierindustrie die Preise für Schleifholz fortschreiben. Der neue Vertrag hat eine Laufzeit von 12 Monaten und Endet am 31. Oktober 2018. Die Preise bleiben mit 33,50 €/Rm frei Waldstraße für Fichte IS N in 2 und 3 m Länge unverändert.

Energieholz

Beim Energieholz hat sich die Trendwende durchgesetzt. Die in jüngster Vergangenheit sehr niedrigen Preise für Hackschnitzel haben sich erholt und lagen zwischen 75 und 90 €/t atro frei Werk. Für bessere Hackschnitzel-Qualitäten wurden auch deutlich höhere Preise erzielt.

StMELF Bayern; Interpreten: Bayerischer Waldbesitzerverband, StMELF/Red.

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