Holztransport

Holzlogistik: Schnittstellen müssen funktionieren

Bearbeitet von Marc Kubatta-Große

Am 23. Juni gab es auf dem digitalen KWF-Kongress einen Themenblock zur Holzlogistik. Hier gibt es zusammengefasst die wichtigsten Erkenntnisse für den Rundholztransport. Martin Müller, Leiter der Logistik bei den Bayerischen Staatsforsten hat dabei über das Logistikkonzept der BaySF berichtet.

3,0 bis 3,5 Mio. Fm Rundholz jährlich liefern die BaySF frei Werk, bei einem Gesamteinschlag von derzeit 4,5 Mio. Fm. Die Vorteile der Logistiksteuerung durch den Waldbesitz sieht Müller in einer schnelleren Kommunikation und situationsbedingte Reaktionsfähigkeit. Außerdem habe man die volle Kostenkontrolle.

Logistik optimiert

Seit der Einführung der Frei-Werl-Lieferungen habe man durch Streckenoptimierung die Gesamttransportstrecke um 10 bis 12 % verkürzt. Das bedeute schnellere Durchlaufzeiten und damit frischeres Holz beim Kunden.

Durch eine permanente Kommunikation mit dem Kunden und monatlichen, wöchentlichen und täglichen Bedarfsmeldungen sei auch aus dem Wald eine Just-in-Time-Lieferung möglich, direkt vom Hiebsort ins Werk. Das gelte allerdings nur für den ungestörten Produktionsbetrieb.

Kommt es wie in den vergangenen Jahren zu Störungen wie der Käferkalamität oder Sturmwürfen, schalte man von Just-in-Time zu Just-in-Case um. Das heißt, falls möglich, wird das Holz direkt frei Werk geliefert, ansonsten wandert es in Pufferlager, möglichst Nasslager, und wird zu einem späteren Zeitpunkt von dort weiterverkauft.

Holz in Bewegung

„Holz in Bewegung halten“ lautet das Motto zu diesem Konzept, das den schnellstmöglichen Abtransport des Holzes aus dem Wald verfolgt. Weitere Möglichkeiten dazu biete der Bahntransport über das neue Timberport-Konzept, mit dem die Transporte von Schiene und Straße entkoppelt werden (siehe F&T 03/2021), oder die Binnenschifffahrt.

Weitere Digitalisierung soll die Rundholzlogistik bei den BaySF weiter verschlanken und die Produktdurchlaufzeiten weiter verkürzen. Bereits jetzt werde Holz im Wald nicht mehr per Hand, sondern nur noch fotooptisch als Stichprobe erfasst. Als weitere Schritte sieht Müller autonome Maschinen, die miteinander kommunizieren. Das Projekt Holzcockpit hat schon jetzt zum Ziel, Daten aus Holzernte und Holzrückung zu bündeln und für den weiteren Logistikprozess verfügbar zu machen. Eine Holzerfassung im Wald könnte das komplett überflüssig werden.

Schnittstellen müssen funktionieren

Entscheidend, dafür dass all dies funktioniert, sei eine reibungslose Kundenkommunikation über ELDAT-Schnittstellen, so Müller abschließend. Deren Einrichtung benötige Zeit und Geld, die sich aber hinterher vielfach bezahlt machen.

Marc Kubatta-Große