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Holzkonservierung in Folienlagern: Wood-Packer im Test

Der Landesbetrieb Wald und Holz NRW arbeitet testweise mit einem Verfahren der Freiburger Firma Wood-Packer zur Holzkonservierung in Folienlagern. Untersucht wird das Verfahren vor allem hinsichtlich Borkenkäfern und Holzqualität.

Obwohl nur millimetergroß bringen Borkenkäfer im Gemeinschaftsangriff auch stattliche Fichten großflächig zum Absterben. Im Wirtschaftswald ist die beste Lösung, wenn die Bäume gefällt und abtransportiert sind, bevor die neuen Käfer aus der Borke ausschwärmen. Doch was tun, wenn die Absatzwege verstopft sind? Um eine andere Möglichkeit der Lagerung zu erproben arbeitet Wald und Holz NRW jetzt testweise mit einem Verfahren der Freiburger Firma Wood-Packer.

Dr. Bertram Leder, Leiter des Lehr- und Versuchsforstamtes Arnsberger Wald: „Wir untersuchen das Verfahren vor allem hinsichtlich Borkenkäfern und Holzqualität. Wie viele Käfer haben wir am Ausschwärmen gehindert? Wie frisch bleibt das Holz?“ Die Polter werden ab 2020 bis 2025 nach und nach geöffnet. Damit möchte Wald und Holz NRW die Lager über die ganze potenzielle Dauer von bis zu 4 Jahren auch für Waldeigentümer testen.

Das Holzvolumen von rund 250 Fichten schweißen die Forstwirte dazu in luftdichte Folie ein. Zunächst legen sie ein feines Gitter zum Schutz vor Nagetieren aus und breiten zwei Lagen Folie aus. Darauf werden 5 m lange Stammstücke gepoltert. Anschließend ziehen die Fachkräfte zwei Folienlagen über den Holzstapel und verschweißen sie mit den zuvor ausgelegten Folien.

Forstwirt Frank-Josef Eickelmann (links) fädelt mit seinem Kollegen Lars Bittis die Boden- und die Deckfolie in das Schweißgerät ein.
Forstwirt Frank-Josef Eickelmann (links) fädelt mit seinem Kollegen Lars Bittis die Boden- und die Deckfolie in das Schweißgerät ein. Zum Verschweißen läuft ein erhitzter Metallkeil zwei angetriebenen Rollen vorweg. Die obere Rolle ist im Bild zu sehen, die andere Rolle presst von unten dagegen um die beiden hindurchgezogenen Folienlagen fest zu verbinden. Foto: Wald und Holz NRW, Friedrich Louen

So entsteht eine innere und eine äußere Hülle. Über ein Ventil lässt sich beobachten, wie viel Sauerstoff im Inneren ist bzw. ob die Folie intakt ist.

Dr. Thomas Maier, Inhaber der Firma Wood-Packer hat über das Verfahren schon vor Jahren seine Doktorarbeit geschrieben. Damals stand noch die Holzkonservierung von massenhaftem Sturmholz im Vordergrund. Dr. Maier: „In Sturm- wie auch jetzt in der Borkenkäfer-Katastrophe kommen herkömmliche Mehthoden an ihre Grenzen. Die Folienlagerung ist genehmigungs- und pestizidfrei und schon so eine wichtige Alternative, wenn Waldbesitzer in der Klemme sind.“

Links im Bild ein konventionelle Zwischenlagerung von Holz, rechts das Folienlager nach dem Verschweißen. Zum Abschluss ziehen Forstwirte noch das Nageschutzgitter hoch, um Schadfraß zu verhindern. Foto: Wald und Holz NRW, Friedrich Louen

Andreas Wiebe, Leiter von Wald und Holz NRW ordnet es so ein: „Die Folienlagerung kann ein weiterer Baustein sein, um der Borkenkäfer-Katastrophe zu begegnen. Auf den alten Fichtenflächen arbeiten unsere Forstleute mit Herzblut daran, die neue Waldgeneration widerstandsfähig und klimafit zu machen.“

Wald und Holz NRW

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