Holzindustrie, -verbände

Holzkongress: Wer klimaneutral sein will, baut mit Holz

Bearbeitet von Marc Kubatta-Große

Nach zwei spannenden Tagen endete am 30. Juni der vom Deutschen Säge- und Holzindustrie Bundesverband e.V. (DeSH) ausgerichtete Deutsche Holzkongress 2022 in Berlin. Mit mehr als 240 Teilnehmenden war die Veranstaltung ein voller Erfolg.

Die zahlreichen Vertreterinnen und Vertreter aus Forst und Holz nutzen das Branchentreffen für Austausch und Diskussionen. Dabei setzten die Redebeiträge der drei prominenten Keynote-Speaker einen Schwerpunkt auf die zukünftige Stellung der Holzindustrie in Wirtschaft, Gesellschaft und Politik.

„Mit dem Deutschen Holzkongress 2022 wollten wir das Thema Holz im politischen Herzen Deutschlands platzieren“ erklärte DeSH-Hauptgeschäftsführer Lars Schmidt, der in einem Festvortrag unter dem Motto ‚125 Jahre für Holz – Aufbruch mit Tradition‘ einen Blick in die Geschichte der Sägewerksverbände warf.

Unter den mehr als 240 Teilnehmenden waren mit einem Anteil von mehr als zwei Drittel am jährlichen Einschnitt nicht nur die bedeutenden Unternehmen aus der Säge- und Holzindustrie in Deutschland, sondern auch zahlreiche weitere Akteure aus Forst und Holz vertreten, welche die Zeit für den persönlichen Austausch und das Knüpfen neuer Kontakte nutzten.

Die Zukunft ist aus Holz gebaut

Die drei geladenen Keynote-Speaker setzten zudem Impulse für die Rolle der Holzwirtschaft. Prof. Dr. Hans Joachim Schellnhuber, Direktor Emeritus des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, hielt fest: „Das entscheidende ist: Wir müssen zusätzliche Kohlenstoffsenken schaffen. (…) Wenn Sie wirklich klimaneutral sein wollen, dann bauen sie aus Holz, dann haben Sie Möbel aus Holz und dann nutzen wir Holz in der Infrastruktur.“ Und zeigte damit die weitreichenden Perspektiven für die nachhaltige Holzverwendung vor dem Hintergrund des Klimawandels auf.

Branchenbelange in unsicheren Zeiten klar platzieren

Doch soll die ökologische, wirtschaftliche und soziale Transformation gelingen, müssten jetzt die richtigen Weichenstellungen getroffen werden, um die Risiken in Zukunft abzumildern, verdeutlichte der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Prof. Marcel Fratzscher, in seinem Vortrag über die Bedeutung heimischer Rohstoffe in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit. Wolfgang Bosbach, ehemaliger stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU im Bundestag, ermutigte dazu die Belange der Branche offensiv im politischen Raum zu platzieren und mahnte zugleich vor einem Bedeutungsverlust des Industriestandorts Deutschland: „In einer globalisierten Welt schlägt nicht der Große den Kleinen, sondern der Schnelle den Langsamen.“

Deutscher Holzkongress geht in die dritte Runde

Nach dem erfolgreichen Abschluss den zweiten Deutschen Holzkongresses werde es auch 2023 einen Kongress geben, kündigte Schmidt an. Das Netzwerktreffen habe wieder gezeigt, dass der persönliche Austausch unverzichtbarer Bestandteil übergreifender Zusammenarbeit ist. Im Kampf gegen den Klimawandel stehe die Branche bereit, um mit dem nachwachsenden Rohstoff Holz ihren Beitrag für eine nachhaltige Wirtschaft und Gesellschaft zu leisten.

Quelle: DeSH