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Holzkaskadennutzung in der Modellregion Saarland

Neben der stofflichen Nutzung in der Werkstoffindustrie steigt auch die Nachfrage für eine energetische Nutzung des Rohstoffes Holz kontinuierlich an. Wie können im Kontext einer klimaverträglichen und regionalen Energieversorgung die vorhandenen Ressourcen möglichst effizient und nachhaltig verwendet und gleichzeitig eine Koexistenz der verschiedenen Nutzungspfade ermöglicht werden? Bietet die regionale Betrachtungsebene Instrumente für eine nachhaltige Holzmobilisierung?

Diese Fragen bearbeiten das Institut für Zukunftsenergiesysteme (IZES), das Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg (ifeu) sowie das Internationale Institut für Wald und Holz NRW e.V. im Rahmen des Projekts „Regionale Konzepte zum Ausbau der Bioenergieerzeugung aus Holz – Nachhaltige und energieeffiziente Strategieentwicklung unter besonderer Berücksichtigung der Holzkaskadennutzung“, das vom Bundesumweltministerium mit 513850 € gefördert wird.

Ziel des Verbundvorhabens ist es, ein regionales Konzept zum Aufbau einer Holzplattform zu entwickeln, damit die ökonomisch und ökologisch sinnvolle Verwertung der vorhandenen Holzpotenziale gesteuert werden kann. Darin sollen alle holzartigen Stoffströme berücksichtigt werden, wie z.B. Altholz, Industrierestholz, holzartiger Grünschnitt, Landschaftspflegeholz aus dem Naturschutz und Dendromasse aus dem Wald und der Landwirtschaft.

Die Entwicklung einer Gesamtstrategie für die Modellregion Saarland orientiert sich dabei am Konzept der Kaskadennutzung. Die Kaskadennutzung sieht die stoffliche Nutzung eines Rohstoffs über mehrere Stufen mit einer abschließenden energetischen Nutzung vor.

In Bezug auf die Möglichkeiten und Hemmnisse der Holzkaskadennutzung wurde eine Befragung von Akteuren aus der Forstwirtschaft, aus Sägewerken, bei Altholzaufbereitern, Verbänden, der Holzwerkstoffindustrie wie auch des Landesamtes für Straßenwesen und der DB Netz AG durchgeführt. Die Befragung ergab, dass Hemmnisse der Kaskadennutzung und der energetischen Nutzung zunächst beim Holzangebot bestehen:
•  Verminderung des Angebotes durch Großschutzgebiete und eine starke Betonung des Bodenschutzes,
•  ungenügende Holzmobilisierung aus dem Privatwald,
•  zögerliche Umsetzung von Kurzumtriebsflächen,
•  Abfluss von Altholzaufkommen außerhalb der Region,
•  fehlende Mobilisierung des holzartigen Grünschnittes und Landschaftspflegehölzer.

Bei einem Workshop zum Thema Kurzumtrieb im Saarland wurden mit regionalen Akteuren aus Ministerien und den Vertretern der Land- und Forstwirtschaft sowie des Naturschutzes die im Projekt berechneten Flächenansätze diskutiert. Eine erste Zielgröße von bis zu 3000 ha wurde als realistisch angenommen. Mögliche Maßnahmen zur Umsetzung des Flächenpotenzials (z.B. Förderprogramme) wurden skizziert und sind derzeit in Abstimmung mit den saarländischen Akteuren. Die Holzpotenziale aus dem Kurzumtrieb könnten dabei sowohl der energetischen als auch der stofflichen Nutzung zugeführt werden.

IZES/DBFZ

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