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Bei der Umsetzung ihrer Ziele steht die deutsche Säge- und Holzindustrie für eine umweltverträgliche und wertschöpfende Nutzung des Werkstoffs und Bioenergieträgers Holz.

Holzindustrie zur Wohnraum-Studie 2019

In Deutschland fehlen eine Millionen Wohnungen. Nachverdichtung und Aufstockung können das Problem lösen. Das zeigt eine Studie der Technischen Universität Darmstadt und des Pestel-Instituts, die am 27. Februar im Haus der Bundespressekonferenz vorgestellt wurde. Die Initiatoren, zu denen der Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband e.V. (DeSH) gehört, fordern von der Politik nun nötige Rahmenbedingungen.

Die in Berlin vorgestellte „Deutschland-Studie 2019: Wohnraum-Potenziale in urbanen Lagen – Aufstockung und Umnutzung von Nicht-Wohngebäuden“ der TU Darmstadt und des Pestel-Insituts zeigt: insgesamt könnten auf diesem Weg bis zu 2,7 Millionen neue Wohnungen im innerstädtischen Bestand entstehen.

Wohnraum-Studien analysieren die Potenziale

Bereits 2016 wiesen die Wissenschaftler das Potenzial von Dachaufstockungen auf Wohngebäuden der 1950er- bis 1990er-Jahre nach (Wohnraumpotentiale – Studie TU Darmstadt und Pestel-Institut 2016). Deren Schaffung ermöglicht bis zu 1,5 Millionen neue Wohneinheiten. In der Neuauflage der Studie lag der Fokus auf Nicht-Wohngebäuden. Nach der Analyse von Gebäuden und Flächen, unter anderem durch die Auswertung von Luftbildern, kommen die Forscher zum Ergebnis: durch das „Wohnbar-Machen“ von Parkhäusern und -plätzen, Discountern, Bürogebäuden und Tankstellen können weitere 1,2 Millionen Wohnungen entstehen.

Technisch sind Holz kaum mehr Grenzen gesetzt

DeSH-Geschäftsführer Lars Schmidt sieht das Anliegen der Verbändegemeinschaft aus der Bau- und Immobilienbranche durch die „Deutschland-Inventur“ untermauert: „Aufstockungen und Nachverdichtungen sind der ressourceneffizienteste Weg, dringend benötigten neuen Wohnraum zu schaffen, ohne neue Flächen beanspruchen zu müssen. Daran sollte allen gelegen sein.“

Derzeit hemmen politischen Rahmenbedingungen die Umnutzung aber vielerorts. Die Verbände fordern daher, bauordnungs- und bauplanungsrechtliche Vorgaben im Sinne einer nachhaltigen Stadtentwicklung anzupassen und finanzielle Anreize für flächenschonende Wohnbaumaßnahmen zu schaffen. Der Holzindustrie liegt besonders die Gleichbehandlung tragender und aussteifender Baustoffe am Herzen: „Technisch sind Holz kaum mehr Grenzen gesetzt, gerade in hybrider Bauweise mit anderen Materialien. Es ist leicht, flexibel und entspricht höchsten Standards. Seriell und modular vorgefertigte Bauteile ermöglichen zudem kürzeste Bauzeiten mit hervorragender ökologischer und energetischer Bilanz. Das sollte Anerkennung in der Politik und in den Bauordnungen finden.“

 

In dem auftraggebenden Verbändebündnis zusammengeschlossen haben sich: die Bundesarchitektenkammer (BAK), die Bundesingenieurkammer (BingK), die Wohnungswirtschaft Deutschland (GdW), der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB), der Immobilienverband Deutschland (IVD), Haus & Grund, der Verband Privater Bauherren (VPB), der Bundesverband Deutscher Baustoff- Fachhandel (BDB), WIR für Ausbau und Trockenbau (WIR), die Deutsche Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau (DGfM), der Bundesverband Baustoffe – Steine und Erden (bbs), der Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband (DeSH), der Fachverband Mineralwolleindustrie (FMI), der Bundesverband Flachglas (BF), der Verband Fenster und Fassade (VFF) und der das Bündnis koordinierende Bundesverband der Gipsindustrie (GIPS).

Wohnraumpotenziale 2019 – Studie TU Darmstadt, Pestel-Institut

sl/DeSH

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