Holzverkauf und Holzpreise

Holzindustrie steigert Umsatz auf 23,3 Mrd. €

Bearbeitet von Marc Kubatta-Große

Der Umsatz in der deutschen Holzindustrie ist von Januar bis Juni 2022 im Vergleich zum ersten Halbjahr 2021 um 19,7 % auf 23,3 Mrd. €gestiegen. Das geht aus einer Analyse des Hauptverbandes der Deutschen Holzindustrie (HDH) auf Basis von Daten des Statistischen Bundesamtes hervor.

Je nach Ausrichtung hatten es die Teilbranchen der Holzindustrie im bisherigen Jahresverlauf mit erheblichen Steigerungen von Beschaffungskosten zu tun. Das Umsatzwachstum fiel dabei recht unterschiedlich aus.

In der Holzverpackungsindustrie stieg der Umsatz von Januar bis Juni dieses Jahres im Vergleich zum ersten Halbjahr 2021 mit einem Plus von rund 56 % am stärksten, gefolgt von der Sägeindustrie mit einem Zuwachs von 33 % und der Holzwerkstoffindustrie mit 25 %.

Holzverpackung boomt, Bau und Möbel mit Hindernissen

Die Umsätze im baunahen Bereich der Holzindustrie (+15,5 %) und in der Möbelindustrie (+13,4 %) bewegten sich zwar ebenfalls über dem Vorjahresniveau, die Steigerungsraten fielen hier jedoch deutlich geringer aus. „Das Umsatzwachstum im baunahen Bereich der Holzindustrie wurde durch die eingeschränkte Materialverfügbarkeit, den zwischenzeitlichen Stopp der KfW-Förderung und die seit Jahresanfang massiv gestiegenen Finanzierungskosten gebremst”, erläutert HDH-Hauptgeschäftsführer Dr. Denny Ohnesorge.

Für die überwiegend mittelständisch strukturierte Möbelindustrie sei die Weitergabe der deutlich gestiegenen Preise für Rohstoffe und Vorprodukte angesichts der hohen Konzentration auf der Handelsseite nur begrenzt möglich gewesen. Höhere Energiepreise und gestiegene Kosten für Zulieferprodukte machen der Holzindustrie zu schaffen.

Forderung an die Politik: Nicht noch mehr Hürden aufbauen

Von der Politik fordert der Verband, nicht noch mehr Hürden aufzubauen. Konkret geht es dem HDH darum, dass der Einsatz klimafreundlicher Materialien nicht weiter behindert wird, weder beim Bauen noch bei der Bereitstellung des Rohstoffes Holz.

„Was wir aber derzeit in Kreisen der Ampel-Koalition sehen, sind Pläne, die nachhaltige Nutzung von Holz aus deutschen Wäldern weiter einzuschränken. Das ist gefährlich, weil es dazu führen würde, dass Firmen abwandern und Deutschland als rohstoffarmes Land noch importabhängiger wird“, warnt Ohnesorge vor dem Hintergrund einer Studie des Thünen-Instituts, welche die Effekte weiterer Nutzungsbeschränkungen im deutschen Wald modellieren.

Quelle: HDH